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Knöterich bringt mehr Energie als Mais

Biogasanlage vor einem Maisfeld bei Oldenburg. © ddp Fotograf: David Hecker Detailansicht des Bildes Werden Biogasanlagen bald auch mit Knöterich gefüttert? Er ist bislang der Star der Energiepflanzen - Mais. Wenn es nach Elke Haase und Stefan Lebzien geht, bekommt er jetzt Konkurrenz. Mit den Riesenknöterich Igniscum Candy wollen sie auf lange Sicht eine Alternative zum Massenprodukt Mais anbieten und sich für einen ausgeglichenen Mix aus verschiedenen Energiepflanzen einsetzen. Haase leitet die Oldenburger Firma Piccoplant, Lebzien ist Geschäftsführer der Münchener Conpower, die unter anderem Biogasanlagen betreibt.

Es sei keine Revolution, sagt Elke Haase, die seit Jahren mit Knöterich experimentiert: "Der kultivierte Knöterich ist eine Ergänzung der bestehenden Märkte. Man sollte nie sagen, etwas ist jetzt so revolutionär, dass es alles umstößt."

Viele Landwirte setzen auf Energiepflanzen

Eine Mais-Monokultur in Plönjeshausen bei Bremervörde (Landkreis Rotenburg (Wümme)), Niedersachsen. © dpa Detailansicht des Bildes Bei den Verbrauchern sind die großen Maisfelder nicht beliebt. Nach Angaben des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums werden fast zehn Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen für Biogasanlagen verwendet. Dass die Verbraucher unter diesen Bedingungen Angst vor steigenden Brotpreisen haben, kann Elke Haase nicht verstehen: "Warum soll nicht der Landwirt, wenn er in der Lage ist, mit gutem Profit Energie zu produzieren, auch Energie produzieren? Wie hoch ist denn der Getreideanteil am Brötchen? Das ist Peanuts im Verhältnis zu dem Anteil an Energiekosten."

Landwirtschaftskammer ist skeptisch

Während die Oldenburgerin vom Knöterich als Energiepflanze überzeugt ist, hegt die Landwirtschaftskammer Oldenburg Zweifel. In Nordrhein-Westfalen habe man den Knöterich bereits angebaut. "Dort gab es bislang keine überzeugenden Ergebnisse mit dem Wunder-Knöterich", sagt Frerich Wilken, Bereichsleiter für Energiepflanzen bei der Landwirtschaftskammer in Oldenburg. "Ich muss ganz ehrlich sagen, man hat sich bislang davor gescheut, weil es eben eine sehr große Skepsis gab hinsichtlich der Invasivität dieser Pflanze. Das heißt, man hat nach wie vor Bedenken, dass sie sich unkontrolliert ausbreitet."

Die Sorge ist berechtigt. Die Ursprungsform der Pflanze ist dafür bekannt, schnell und großflächig zu wuchern. Bei der kultivierten Form des Knöterichs sei das anders, behaupten die Unternehmer Haase und Lebzien. Sie loben die vielversprechenden ersten Tests sowie auch den hohen Brennwert pro Hektar.

Starkes Wurzelwerk - Problem oder Vorteil?

Ein Landwirt bringt am 07.04.2008 in Allerbeck bei Lehrte Gülle auf einem Feld aus. © dpa-Bildfunk Fotograf: Jochen Lübke Detailansicht des Bildes Die zahlreichen Wurzeln des Knöterichs können Nährstoffe aus der Gülle besonders gut aufnehmen. Frerich Wilken von der Landwirtschaftskammer Oldenburg, bemängelt, dass sich die Pflanze sehr stark im Boden verwurzelt. Doch genau diesen Aspekt bewertet Elke  Haase positiv. Ein enormes Wurzelwerk sorge für eine enorme Kohlenstoffdioxid-Bindung."Wenn Gülle aufgebracht wird, ist das Wurzelsystem wie ein Filter, der die Nährstoffe auch aufnimmt." Dass bei einer Neunutzung das Wurzelwerk entfernt werden muss, das sei für eine Dauerkultur normal. Dieselben Regeln gälten schließlich auch für Obst- und Forstbetriebe. Es sei wichtig, die Frage der langfristigen, ungefährlichen Energieversorgung zu klären.

Knöterich ist kein Billig-Produkt

Knapp 10.000 Euro kostet ein Hektar Riesenknöterich. Allerdings kann er bis zu dreimal pro Jahr geerntet werden. Bei einer Maiskultur hingegen liegt der Preis unter 1.000 Euro. Sie muss jedes Jahr neu eingesät werden.

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