Krieg, Frieden, Liebe: "King Arthur"
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In der Junior-Akademie können Schülerinnen auch in der Kunst experimentieren.
Lange ausschlafen, sich mit Freunden treffen oder am Computer daddeln - so verbringen die meisten Schülerinnen und Schüler die Herbstferien, die in diesen Tagen zu Ende gehen. In Papenburg sahen die vergangenen sieben Tage für 78 Jugendliche aus dem Weser-Ems-Gebiet aber anders aus. Bei einer Junior-Akademie in der historisch-ökologischen Bildungsstätte haben ihre Köpfe bei physikalischen Experimenten und über philosophischen Fragen geraucht, Musikstücke wurden komponiert und Kunst improvisiert.
Saskia Degner aus Riepe ist begeistert: In der Papenburger JuniorAkademie nimmt sie am Kunstprojekt teil, hat dort Installationen erstellt und Bilder gemalt. "Streber sind wir keine", sagt sie, "weil das hier auch nicht Schule ist. Hier geht's nicht nach Leistung und in der Schule wird das vorgeschrieben, was wir machen müssen. Ich fand es interessant und habe es nicht bereut. Eigentlich hätte es noch eine Woche länger sein können."
Im Regionalen Umweltzentrum der historisch-ökologischen Bildungsstätte in Papenburg macht den Jugendlichen das Lernen Spaß.
Kurse mit jeweils zwei Leitern für maximal 15 Teilnehmer - davon können Schüler sonst nur träumen, weiß Erich von Hofe. Er ist Gesamtschullehrer in Osterholz-Scharmbeck. In der JuniorAkademie leitet er den Politikkurs. Sein Thema: der Wandel in der deutschen Energielandschaft. "Wir haben das Atomkraftwerk Unterweser besucht und waren im Klimahaus. Die JuniorAkademie erlebe ich sozusagen als eine Sternstunde. Hier sind die Schüler motiviert, sie kommen mit Begeisterung hierher, bringen sich ein. Es gibt keine Störungen. So, wie es hier abläuft, stelle ich mir Schule vor."
Das niedersächsische Kultusministerium fördert die Junior-Akademien, die es auch in Bad Bederkesa, in Loccum und Goslar gibt. Irmela Musel ist Dezernentin im Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung. Sie setzt große Erwartungen in diese Form der Hochbegabtenförderung: "Ich hoffe natürlich, dass sie mehr Motivation für ihren Schulalltag mitnehmen aus dieser Woche und vielleicht auch innerhalb ihrer Klassenverbände in der Schule als Anreger tätig sein können."
Beeindruckende Arbeit: Diesen Roboter hat der 14-jährige Philipp gebaut.
Auf ein Händeklatschen bewegt sich ein kleines Roboterfahrzeug über einen Arbeitstisch. Der 14-jährige Oldenburger Philipp Rauch hat ihn in seinem Physikkurs zusammengesetzt: "Ich nehme viele Erfahrungen mit, wie ich zum Beispiel in Gruppen arbeite, das finde ich ganz toll - und dass Physik unheimlich viel Spaß machen kann."
An solchen Erlebnissen hat die Nordmetall-Stiftung großes Interesse. Sie sponsert die Junior-Akademien in Papenburg mit bislang 100.000 Euro. Zum Verband Nordmetall gehören Firmen wie die Norddeutschen Seekabelwerke und die Dockbetriebe in Emden. Der Fachkräftemangel sei ein Beweggrund der Stiftung, sich hier zu engagieren, erläutert deren Geschäftsführerin Kirsten Wagner.
Die Erkenntnis, dass Lernen Spaß machen kann, nehmen die 78 Jugendlichen auf jeden Fall mit nach Hause - und viele neue Einträge ins Adressbuch. Denn neben Bildung haben sie vor allem neue Freunde mit gleichen Interessen gewonnen.