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Wilhelmshaven wird neuer Offshore-Standort

von Jessica Holzhausen

Drei riesige Stahlfüße stehen am Kai in Wilhelmshaven. Sie werden eine tragende Rolle beim ersten deutschen Offshore-Windpark "alpha ventus" spielen. © dpa Fotograf: Carmen Jaspersen Detailansicht des Bildes Fundamente wie diese Tripods wollen die Jade-Werke künftig in Wilhelmshaven bauen. 15.000 Windkraftanlagen sollen in den kommenden Jahren vor der deutschen und englischen Küste gebaut werden. Doch gerade in Deutschland stockt der Ausbau der Windparks. Trotzdem wollen die Jade-Werke am Wilhelmshavener Nordhafen eine große Offshore-Basis errichten. Rund 50 Millionen Euro will eine Schiffbau- und Investmentgruppe aus China investieren. Wilhelmshaven würde damit der dritte große Offshore-Standort in Niedersachsen. Am Donnerstag hat die Stadt offiziell die Baugenehmigung für die neue Produktionshalle erteilt.

Montagehalle für Stahlteile

Im Wilhelmshavener Nordhafen wird eine große Montagehalle entstehen, in der die schweren Stahl-Teile zusammengesetzt werden. Diese sollen auf hoher See die Fundamente der Offshore-Windräder bilden. Bis zum Sommer werde dafür zunächst eine über 120.000 Quadratmeter große Fläche im Nordhafen so umgebaut, dass sie schwere Lasten tragen kann, sagt Udo Weilerscheidt, Geschäftsführer der Jade-Werke. Zu dem Gesamtkonzept zählten dann noch weitere Investitionen in Schwerlastkajen und Krananlagen. Die sollten dann im Jahr 2014 in Angriff genommen werden.

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Windkrafträder © dpa
 

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In gut zehn Jahren sollen Windräder etwa 70 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien produzieren. Von dem Wind-Boom könnten auch viele norddeutsche Firmen profitieren. mehr

Aufträge bestimmen den Produktionsstart

Wann die Produktion der Stahlriesen beginnt, ist aber noch nicht klar. Das sei abhängig vom Markt und den Aufträgen, sagt Weilerscheidt. Derzeit sei der Markt sehr zögerlich, auch aufgrund der politischen Rahmenbedingungen. "Die Umsetzung der energiepolitischen Ziele wird von Tag zu Tag ambitionierter. Die Politik hängt diesen Zielen hinterher", so Weilerscheidt. Bislang ist nur ein Teil der insgesamt 50 Millionen Euro in das Projekt geflossen. Alles andere hängt jetzt von der Entwicklung der Offshore-Branche ab. Garantien gibt es keine. Zudem ist die Konkurrenz aus Emden und Cuxhaven stark.

"Offshore kann nicht von Zuschüssen leben"

Dennoch glaubt Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU) an das Projekt. "Wir haben dieses Projekt auf die Beine gestellt, ohne dass wir irgendwelche Subventionen bekommen haben. Das zeigt auch, dass sich solche Projekte rechnen, wenn man Offshore richtig betreibt." Denn Offshore könne nicht von Zuschüssen leben, sondern müsse durch wirtschaftliches Handeln geprägt sein, so Wagner. Durch die Jade-Werke erhofft er sich vor allem neue Arbeitsplätze. Rund 200 sollen in den kommenden Jahren entstehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 20.12.2012 | 17:00 Uhr

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Ein Bagger beim Abriss eines Bunkers © NDR Fotograf: Silke Rudolph
 
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Zwei Luftschutzbunker im Wilhelmshavener Nordhafen müssen weichen. (06.07.2012)

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