Stand: 24.09.2011 11:49 Uhr
Tauffest für die "Alexander von Humboldt II"
Ihre grünen Segel haben sie berühmt gemacht: die "Alexander von Humboldt". Nun sind die letzten Tage des 105 Jahre alten Dreimasters gezählt. Doch der Traditionssegler hat einen Nachfolger: die "Alexander von Humboldt II". Der Schiffsneubau ist in Bremerhaven festlich getauft worden. Er ist der erste Dreimaster, der seit mehr als 50 Jahren in Deutschland gebaut wurde. Die Bauwerft Bremen BVT bekam dafür den Auftrag. "Die letzte Bark war die 'Gorch Fock' 1958", sagte Albert Bote von der Stiftung Sail Training, sie ist die Eignerin der beiden Dreimaster.
Ein neuer Windjammer für die Weltmeere
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Mit gesetzten Segeln nimmt die "Alexander von Humboldt II" Fahrt auf. Bis dahin war es ein weiter Weg...
Rund eineinhalb Jahre haben die Mitarbeiter der Bauwerft BVT Bremen an dem neuen Segler gearbeitet. Seit mehr als 50 Jahren wurde kein Dreimaster mehr in Deutschland gebaut. Zuletzt war es 1958 die "Gorch Fock".
15 Millionen Euro hat der Bau der "Alexander von Humboldt II" gekostet. Er wurde größtenteils aus Spenden finanziert.
In einer Bremer Werft entstand Stück für Stück der 65 Meter lange Dreimaster.
Technik und Ausstattung sind modern, so hat jede Kabine eine eigene Dusche und Toilette.
An Bord des neuen Windjammers können 79 Segler mitreisen. 25 Mann gehören zur Stammbesatzung. Sie werden in Ein- und Vier-Mann-Kabinen untergebracht.
Bereits während des Baus wurde die neue Bark liebevoll "Alex" genannt - wie schon ihre Vorgängerin.
Der grüne Rumpf soll an die alte "Alexander von Humboldt" erinnern.
Denn das Markenzeichen der alten "Alexander von Humboldt" sind ihre grünen Segel. Der legendäre Dreimaster, der vielen aus der Bier-Werbung bekannt ist, ging im stolzen Alter von 105 Jahren in den Ruhestand.
Die "Alex II" ist mit 1.350 Quadratmetern Segelfläche rund 350 Quadratmeter größer als ihre Vorgängerin...
...und ihre 24 Segel sind weiß statt grün.
Eine prächtige Galionsfigur schmückt die Spitze des Dreimasters. Dem Aberglauben zufolge soll sie das Schiff vor Unglück bewahren.
Eignerin der "Alexander von Humboldt II" ist die Deutsche Stiftung Sail Training (DSST). Seit 25 Jahren ermöglicht die Stiftung Interessierten, eine traditionelle Seefahrt zu erleben.
Genau wie ihre Vorgängerin wird die "Alexander von Humboldt II" als Schulungsschiff eingesetzt
werden, um Segelbegeisterten das Hochseesegeln beizubringen.
Der Neubau (rechts) und der Oldtimer (links) trafen sich auf der Außenweser und segelten zusammen nach Bremerhaven.
Begleitet wurden die Dreimaster von einem Empfangskomitee von Traditionsschiffen, Schleppern und Einsatzbooten.
In Bremerhaven warteten zahlreiche Zuschauer, um die Schiffe in Empfang zu nehmen.
Mehrere Tausend wollten sich das Spektakel rund um die Schiffstaufe nicht entgehen lassen.
Dann war es endlich so weit: In einer traditionellen Taufzeremonie erhielt die "Alexander von Humboldt II" ihren Namen.
Ordnungsgemäß zerschellte die Sektflasche am Schiffsrumpf.
Jetzt heißt die neue Dreimasterbark ganz offiziell "Alexander von Humboldt II".
Ende Oktober läuft das Schiff zu seiner ersten großen Reise aus und nimmt Kurs auf die Kanarischen Inseln.
Erst Mitte April 2012 wird die "Alexander von Humboldt II" wieder in ihrer Taufstadt Bremerhaven sein.
Erst Mitte April 2012 wird die "Alexander von Humboldt II" wieder in ihrer Taufstadt Bremerhaven sein.
15 Millionen Euro Baukosten
Von außen haben die Schiffsbauer einen traditionellen Segler geschaffen, das Innere der "Alex II" bietet moderne Technik und Ausstattung. Die sichtbaren Unterschiede zum Vorgänger sind, dass das neue Schiff weiße statt grüner Segel hat, aber dafür einen grünen Rumpf - als Erinnerung an die erste "Alex". Wer jetzt Liegestühle und Bars auf dem Dreimaster erwartet, der hat sich getäuscht. "Die Matrosen schlafen nicht mehr in Hängematten wie im vorigen Jahrhundert", so Stiftungssprecher Bote. Aber auch der neue Dreimaster bleibt künftig ein Schulungsschiff. Es gibt Ein- bis Vier-Mann-Kabinen an Bord, alle verfügen über eine eigene Dusche und Toilette. Für das Abwasser ist eine biologische Kläranlage an Bord. "Die Kombüse ist aus Edelstahl und sieht aus wie eine kleine Großküche", beschreibt Bote die Bordküche. Die Baukosten von 15 Millionen Euro wurden zum Großteil durch Spenden finanziert.
Die neue "Alex" nimmt Fahrt auf
Die alte "Alexander von Humboldt" - hier im Vordergrund - steht nun für 3,8 Millionen Euro zum Verkauf.
Zum Dienstbeginn wird die "Alexander von Humboldt II" zunächst ab dem 20. Oktober auf einige Tagestörns von Bremerhaven aus gehen. Dann startet das Schiff Ende Oktober in wärmere Regionen. Es geht zu den Kanarischen Inseln und den Kap Verden. Bis zum nächsten Frühjahr wird die "Alex II" unterwegs sein. Erst im April 2012 wird sie in Bremerhaven zurück erwartet.
Die alte "Alexander von Humboldt" ist noch bis zum 10. Oktober unterwegs. Dann soll das ehemalige Feuerschiff verkauft werden, so "Alex"-Matrose Jirka Menke. "Es gibt bereits mehrere Interessenten, aber es besteht seitens der Stiftung kein Druck." Ein Makler ist mit dem Verkauf des Dreimasters beauftragt, 3,8 Millionen Euro soll er kosten.