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Der betrunkene Geisterfahrer, der in der Nacht zu Mittwoch einen Unfall auf der A 1 bei Stuhr (Landkreis Diepholz) mit zwei Toten verursacht haben soll, schweigt zu den Vorwürfen. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft Verden hat der 47-Jährige beim Staatsanwalt und Haftrichter keine Angaben gemacht. Gegen den aus Lettland stammenden Lkw-Fahrer wurde am Mittwochabend Haftbefehl erlassen, da die Behörde eine Flucht des Mannes nicht ausschließen konnte. Da auch weiterhin Fluchtgefahr besteht, bleibt der 47-Jährige laut Staatsanwaltschaft bis zum Abschluss der Ermittlungen in U-Haft. Sollte er für sein folgenschweres Wendemanöver auf der Autobahn verurteilt werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Bevor allerdings Anklage gegen den 47-Jährigen erhoben werden kann, muss nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft ein Gutachten abgewartet werden, das den Unfall rekonstruiert. Die Staatsanwaltschaft hatte gleich mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, die Erkenntnisse über den Unfallhergang liefern sollen. Für die kommende Woche erwarten die Ermittler das Ergebnis der Blutuntersuchung, das Aufschluss darüber liefern soll, ob der Fahrer Alkohol konsumiert hatte. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde der Mann nach dem Unfall volltrunken aus seinem Führerhaus geholt.
Das Unglück ruft zudem die Verkehrsminister der Länder auf den Plan. Sie haben angekündigt, bei ihrem nächsten Treffen im April über Maßnahmen gegen Geisterfahrer zu beraten. Neonfarbene Warntafeln an allen Ausfahrten und Raststätten seien sicher eine Möglichkeit, um die Sicherheit zu erhöhen, sagte der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Reinhard Meyer (SPD), dem NDR. Es dürfe nur kein Schilderwald entstehen.
Auch der Unfall-Forscher Dietmar Otte von der Medizinischen Hochschule Hannover fordert eine Überprüfung der Ein- und Ausfahrten. Sollte es Schwachstellen geben, müsse nachgebessert werden, sagte er dem NDR Fernsehmagazin "Hallo Niedersachsen". Laut Otte ist die Autobahn allerdings die sicherste Straße in Deutschland. Auf anderen Verkehrswegen sei die Unfallquote laut Statistik höher.
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