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Naturschützer kritisieren Meyer Werft

Das Kreuzfahrtschiff "AIDAstella" auf der Ems, Zuschauer folgen ihr am Ufer. © NDR Fotograf: Andreas Barnickel Beliebtes Fotomotiv - umstrittene Praxis: Die Emsüberführungen der Schiffe der Meyer Werft stehen bei Umweltschützern in der Kritik.

Unter den Augen zahlreicher begeisterter Fans hat das jüngste Schiff der Papenburger Meyer Werft, die "AIDAstella", am Sonnabend erfolgreich ihre Fahrt über die Ems absolviert. Wenn die Kreuzfahrtriesen von Nadelöhr zu Nadelöhr den schmalen Fluss Richtung Küste schwimmen, sind oft nur wenige Meter Platz zwischen Schiffsrumpf und Deich - jedes Mal aufs Neue ein Spektakel, dem sich anscheinend nur wenige entziehen können. Bei Feuerwerk und vielen beeindruckenden Fotomotiven kann leicht in Vergessenheit geraten, dass die Emspassagen auch immer einen Eingriff in das Ökosystem des Flusses bedeuten: Die Ems muss ausgebaggert und aufgestaut werden, damit die riesigen Kreuzfahrtschiffe überhaupt von Papenburg in die Nordsee gelangen können.

Naturschützer: Zustand der Ems kritisch

Auch anlässlich der Überführung der "AIDAstella" mahnen Naturschützer den kritischen Zustand der Ems an und fordern ein Umdenken, um die Folgen der jahrzehntelangen Ausbaggerungen und Anpassungen des Flusses in den Griff zu bekommen. Die Eingriffe würden mit der Überführung immer größerer Schiffsneubauten für die Meyer Werft gerechtfertigt, beklagt Hajo Rutenberg von der Bürgerinitiative "Rettet die Ems".

Werft am falschen Standort?

Darüber hinaus stehe die unter Kostendruck geratene Werft mit ihren Kreuzfahrtschiffen am falschen Standort. Eine Verlagerung der Werft in Küstennähe beseitige nicht nur Umweltprobleme, sondern sei auch Arbeitsplatzsicherung, so Rutenberg. Er sieht deshalb die neue Landesregierung in der Pflicht, eine Wende für die belastete Ems-Region einzuleiten.

Wattenrat: Kleinere Schiffe in Papenburg bauen

Der Wattenrat Ostfriesland bezeichnete die Überführungen der Luxusliner als "teuren Irrsinn". Die Meyer Werft lasse große Bauteile der Kreuzfahrtriesen bei der Tochterwerft Neptun am seeschifftiefen Wasser in Rostock bauen und nach Papenburg schleppen. Anschließend müssten die fertigen Schiffe wieder über die schmale Ems an die Nordsee geschleppt werden, so die Kritik. Der Wattenrat hält es deshalb für sinnvoller, wenn Aufträge aus Rostock für kleinere Schiffe nach Papenburg kämen.

Längere Stauzeit am Emssperrwerk beantragt

Das Emssperrwerk Gandersum. © dapd Fotograf: David Hecker Detailansicht des Bildes Im März wird die Stauzeit des Emssperrwerks möglicherweise um zwei Wochen verlängert. (Archivbild) Doch im Emsland laufen bereits die Vorbereitungen für die nächste Emspassage - diesmal eine Schiffsüberführung der Superlative: Voraussichtlich Anfang März soll sich mit der "Norwegian Breakaway" das größte, jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff seinen Weg durch den engen Fluss bahnen. Für dieses Großereignis hat der Landkreis Emsland beantragt, die Stauzeiten am Emssperrwerk in Gandersum um 14 Tage zu verlängern - um der Meyer Werft mehr Spielraum bei der Überführung zu verschaffen. Landwirte und Naturschützer konnten ihre Bedenken bereits vortragen. Anfang März entscheidet dann der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) über den Antrag.

 

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Zuschauer bewundern das Kreuzfahrtschiff "AIDAstella" in Emden. © AIDA Cruises Fotograf: AIDA Cruises
 
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Die "AIDAstella" ist am Ziel

Am frühen Sonnabendnachmittag hat die "AIDAstella", jüngstes Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, nach 13 Stunden Emsüberführung den Emder Hafen erreicht. mehr

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Das Emssperrwerk Gandersum. © dapd Fotograf: David Hecker
 

Kampf gegen die Ems-Verschlickung

Ein gezielter Einsatz des Emssperrwerks soll Abhilfe schaffen. (12.07.2012) mehr


Naturschützer fordern Ems-Sanierung

NABU, BUND und WWF mahnen schlechten ökologischen Zustand der Ems an. (12.04.2012) mehr

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Die "AIDAStella" liegt im Hafenbecken der Papenburger Meyer Werft. Ein Feuerwerk am Nachthimmel. © dpa Fotograf: Ingo Wagner
 
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Zahlreiche Schiffsliebhaber beobachteten die "AIDAstella" bei ihrer Emspassage.

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Links

Die Homepage der Bürgerinitiative "Rettet die Ems"

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Die Internet-Seite des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

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