Die "AIDAstella" ist am Ziel
Am frühen Sonnabendnachmittag hat die "AIDAstella", jüngstes Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, nach 13 Stunden Emsüberführung den Emder Hafen erreicht. mehr
Beliebtes Fotomotiv - umstrittene Praxis: Die Emsüberführungen der Schiffe der Meyer Werft stehen bei Umweltschützern in der Kritik.
Unter den Augen zahlreicher begeisterter Fans hat das jüngste Schiff der Papenburger Meyer Werft, die "AIDAstella", am Sonnabend erfolgreich ihre Fahrt über die Ems absolviert. Wenn die Kreuzfahrtriesen von Nadelöhr zu Nadelöhr den schmalen Fluss Richtung Küste schwimmen, sind oft nur wenige Meter Platz zwischen Schiffsrumpf und Deich - jedes Mal aufs Neue ein Spektakel, dem sich anscheinend nur wenige entziehen können. Bei Feuerwerk und vielen beeindruckenden Fotomotiven kann leicht in Vergessenheit geraten, dass die Emspassagen auch immer einen Eingriff in das Ökosystem des Flusses bedeuten: Die Ems muss ausgebaggert und aufgestaut werden, damit die riesigen Kreuzfahrtschiffe überhaupt von Papenburg in die Nordsee gelangen können.
Auch anlässlich der Überführung der "AIDAstella" mahnen Naturschützer den kritischen Zustand der Ems an und fordern ein Umdenken, um die Folgen der jahrzehntelangen Ausbaggerungen und Anpassungen des Flusses in den Griff zu bekommen. Die Eingriffe würden mit der Überführung immer größerer Schiffsneubauten für die Meyer Werft gerechtfertigt, beklagt Hajo Rutenberg von der Bürgerinitiative "Rettet die Ems".
Darüber hinaus stehe die unter Kostendruck geratene Werft mit ihren Kreuzfahrtschiffen am falschen Standort. Eine Verlagerung der Werft in Küstennähe beseitige nicht nur Umweltprobleme, sondern sei auch Arbeitsplatzsicherung, so Rutenberg. Er sieht deshalb die neue Landesregierung in der Pflicht, eine Wende für die belastete Ems-Region einzuleiten.
Der Wattenrat Ostfriesland bezeichnete die Überführungen der Luxusliner als "teuren Irrsinn". Die Meyer Werft lasse große Bauteile der Kreuzfahrtriesen bei der Tochterwerft Neptun am seeschifftiefen Wasser in Rostock bauen und nach Papenburg schleppen. Anschließend müssten die fertigen Schiffe wieder über die schmale Ems an die Nordsee geschleppt werden, so die Kritik. Der Wattenrat hält es deshalb für sinnvoller, wenn Aufträge aus Rostock für kleinere Schiffe nach Papenburg kämen.
Im März wird die Stauzeit des Emssperrwerks möglicherweise um zwei Wochen verlängert. (Archivbild)
Doch im Emsland laufen bereits die Vorbereitungen für die nächste Emspassage - diesmal eine Schiffsüberführung der Superlative: Voraussichtlich Anfang März soll sich mit der "Norwegian Breakaway" das größte, jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff seinen Weg durch den engen Fluss bahnen. Für dieses Großereignis hat der Landkreis Emsland beantragt, die Stauzeiten am Emssperrwerk in Gandersum um 14 Tage zu verlängern - um der Meyer Werft mehr Spielraum bei der Überführung zu verschaffen. Landwirte und Naturschützer konnten ihre Bedenken bereits vortragen. Anfang März entscheidet dann der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) über den Antrag.
Naturschutz um jeden Preis
Wenn ich mir das Thema Meyers Werft contra Naturschützer ansehe, kommt bei mir der Eindruck hoch, das eine kleine, aber laute Minderheit über den Kopf und zu Lasten einer schweigenden Mehrheit... [mehr]
20.000 Arbeitsplätze!!!
Einer Studie zufolge hängen an der Werft direkt und indirekt 20.000 Arbeitsplätze (eigene MA, Zulieferer, TOurismus etc.). Meyer ist in D u.a. der größte Abnehmer für Theaterausstatungen, Küchen etc. ... [mehr]
hmmmm
Das kann ich nicht bestätigen.... wohnen ca. 2 km von der Werft weg, unser Nachbar arbeitet dort, seine Tochter arbeitet dort, seine andere Tochter fängt bald dort an.... [mehr]
Regionale Fachkräfte
Schonmal aufm Werftparkplatz geschaut woher die Leute kommen, die dort schaffen? Ein Großteil nichtmal annähernd aus der Region. Sie verstopfen jeden Sonntag/Montag und Freitag die A1 und A20 und... [mehr]
Nichts gemerkt?
Nö, eigentlich spricht nichts für Papenburg, außer vielleicht dass da 'ne große Halle steht, dass es da die technischen Einrichtungen gibt und dass da die Fachkräfte wohnen. Einfach dass da eine... [mehr]