Oldenburg feiert Christopher Street Day
Tausende Lesben und Schwule sind am Sonnabend zu einer bunten Demonstration in der Oldenburger Innenstadt zusammengekommen. Ausgefallene Kostüme gehörten zum Pflichtprogramm. (17.06.2012)
Bildergalerie startenDer Christopher Street Day hat seinen Ursprung im Juni 1969 in New York - als Homosexuelle auf die Barrikaden gingen, gegen das brutale Vorgehen der Polizei gegen Schwule. Tagelange Straßenschlachten waren die Folge. Seit Ende der 1970er-Jahre wird auch in Deutschland mit dem Christopher Street Day (CSD) daran erinnert. Mit Großveranstaltungen wie in Köln, Berlin oder Hamburg kann Oldenburg zwar nicht mithalten. Aber einige Tausend Menschen nehmen auch hier immer teil. Zudem kommen viele Schaulustige, die entlang der Straßen der bunten Parade zujubeln.
"Endlich gleich" lautete das Motto der Parade. Damit spielten die Schwulen und Lesben auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts an, homosexuelle Partnerschaften mit der Ehe gleichzustellen. Daher hatten sie rosafarbene Luftballon mit der Aufschrift "Endlich =" bedruckt. Teils verkleidet in schrillen Kostümen zogen die Feiernden durch die Innenstadt und warben auch für die Anerkennung der sexuellen Selbstbestimmung als Asylgrund. Die Polizei sprach von etwa 1.500 Teilnehmern. Zum Ende - noch vor der Schlusskundgebung - machte das Wetter dem Oldenburger CSD allerdings einen Strich durch die Rechnung. "Es regnet in Strömen", sagte ein Polizeisprecher. Die Veranstaltung habe sich daher zunehmend aufgelöst.
Bei der Kundgebung am Schlossplatz sollten unter anderem Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner (parteilos) sowie die Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick (Bündnis 90/Die Grünen) und Johannes Kahrs (SPD) sprechen. Gleichzeitig fand ein Kulturfest statt, zu dem unter anderem eine Cheerleader-Gruppe aus Köln erwartet wurde. Für die Nacht zum Sonntag hielt das CSD-Programm jedoch mit der "Night of The Pride" (Nacht des Stolzes) noch den Höhepunkt einer Abschlussparty im Trockenen parat.