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Der Landkreis Aurich hat die kleine Bohrplattform "Randzelgat" vor Borkum über Jahre vergessen. Genutzt wird die 15 Meter breite Mini-Insel nur von Vögeln.
Einige Kommunalpolitiker waren überrascht, als sie hörten, dass es die alte Gas-Bohrplattform vor Borkum überhaupt noch gibt. Denn die Anlage "Randzelgat" gehört bereits seit den frühen 80er-Jahren dem Landkreis Aurich - und sollte eigentlich schon lange abgerissen sein. Der Kreis hatte damals sogar 375.000 Mark vom Betreiber für den Abbau kassiert. Das Geld ist längst weg. Und so recht weiß heute auch niemand mehr, warum die Kommune die Plattform damals übernommen hatte. Angeblich für Vogelbeobachtungen. Doch das hilft ihr gerade wenig: Bis zum kommenden Jahr muss sie aus der Nordsee verschwunden sein.
Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion hat den Landkreis Aurich aufgefordert, "Randzelgat" abzureißen, weil die künstliche Mini-Insel den Verkehr stört. Bereits zweimal hatte der sich vor dem Rückbau gedrückt, indem er Nutzungsgenehmigungen beantragte. Ursprünglich habe eine schwierige Haushaltslage dazu geführt, dass das Geld vom Alteigentümer anderweitig ausgegeben wurde, sagte Landkreissprecher Rainer Müller-Gummels gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Mittlerweile kostet die Entsorgung allerdings ein Vielfaches, vermutlich mehrere 100.000 Euro.
Zurzeit wird die Plattform "Randzelgat" nur von einigen Kormoranen und Silbermöven als Nistplatz genutzt. Bei der Verwaltung des Nationalparks Wattenmeer wird ihr Abriss wegen der Lage im empfindlichen Vogelschutzgebiet begrüßt. "Die Bauarbeiten sollten daher nicht in der Brutzeit laufen", sagte Claus Schulz von der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven.