Das letzte Baby von Bassum
Im Dezember hat mit dem Kreißsaal in Bassum die letzte Geburtsstation im Landkreis Diepholz trotz Protesten geschlossen. Die Bürger wollen auch künftig dagegen demonstrieren.
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Viele, unter anderem Hebammen, haben sich für den Erhalt der Bassumer Geburtsstation eingesetzt. (Archivbild)
Es ist vorbei. Die Geburtshilfe-Station des Landkreises Diepholz in Bassum bleibt geschlossen. Der Diepholzer Kreistag hat am Montag eine entsprechende Beschlussvorlage bei nur vier Enthaltungen angenommen. Zur Begründung heißt es in dem Beschluss: "Trotz intensiver Bemühungen ist es nicht gelungen, die notwendige Anzahl von mindestens sechs Fachärzten zu gewinnen, um die Geburtshilfestation in Bassum weiter zu betreiben." Das stieß bei Tanja Rust, Vorsitzende einer Bürgerinitiative für den Erhalt der Station, auf Kritik. Sie bezeichnete das Argument als "vorgeschoben". Vielmehr seien Kosten-Nutzen-Rechnungen der Grund für die Schließung.
Dem widersprach Landrat Cord Bockhop (CDU). Es gäbe keine andere Möglichkeit, sagte er. Schwangere müssen nach der Entscheidung des Kreistages nun weite Wege in Kauf nehmen. Die nächsten Geburtsstationen liegen in Bremen, Verden, Delmenhorst oder Vechta. Ganz ungünstig ist die Situation für Frauen in Sulingen, das etwa in der Mitte des Kreises liegt. Von dort ist es besonders weit zur nächsten Entbindungsstation. Nach der Entscheidung des Kreistages soll nun geprüft werden, ob in Sulingen ein von Hebammen betriebenes Geburtshaus eröffnet werden kann. Bockhop sagte, er wolle aber nicht zu große Hoffnungen wecken. Die Gespräche seien noch nicht beendet.
Der Landkreis ist zu 48 Prozent am St. Ansgar-Klinikverbund beteiligt, zu dem auch das Krankenhaus in Bassum gehört. Dieser hatte die Geburtshilfe geschlossen, weil die Fachärzte fehlten. Die Diepholzer wollten das jedoch nicht hinnehmen: 25.000 Menschen forderten in einer Unterschriftenaktion den Erhalt der Station. Die Bürgerinitiative, die sich für die Entbindungsstation einsetzt, bezeichnete ein endgültiges Aus als Katastrophe für die Frauen im Landkreis.