"Ich will Ministerpräsident werden!"
Der Vorstand berät über den SPD-Spitzenkandidaten. (16.09.2011) mehr
Ist für Olaf Lies an der Spitze der Niedersachsen-SPD schon Schluss?
2001 kandidiert Olaf Lies noch als Parteiloser für den Ortsrat in Sande, ein Jahr später erst wurde der heute 44-Jährige SPD-Mitglied. Seitdem ging es steil nach oben: 2005 Mitglied im SPD-Bezirksvorstand Weser-Ems, 2006 stellvertretender Landrat in Friesland und seit einem Jahr SPD-Vorsitzender in Niedersachsen. Wie hat er das so schnell geschafft? Eine Selbsteinschätzung: "Ich glaube, dass es mir gelingt, Leute zu überzeugen. Aber trotz aller Überzeugung bin ich immer auch bereit zuzuhören, was hilfreich sein kann für die Aufgaben, die jetzt vor einem liegen."
Aber Lies hört nicht nur zu, der zweifache Familienvater kann auch auf Angriff spielen: Nicht ohne Risiko hat er sich Ende 2009 gegen den SPD-Altvorderen und Ex-Minister Karl-Heinz Funke gestellt, als dieser wegen einer Sponsoring-Affäre unter Druck geriet. Lies forderte Funke öffentlich auf, seine Mandate niederzulegen - und gewann den Machtkampf. Das hatte allerdings einen hohen Preis: Die SPD in Funkes Heimatstadt Varel verlor bei den Kommunalwahlen fast 20 Prozent.
Olaf Lies kämpft für erneuerbare Energien, aber auch für den Jade-Weser-Port sowie gegen Lohndumping und Mini-Jobs. Das alles vertritt er gerne auch auf einer Ochsentour durch 100 Orte und SPD-Ortsvereine, wie in diesem Sommer. Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Jann-Peter Janssen aus Emden sagt, mit Lies habe die SPD endlich wieder einen, der die Partei von unten führe. Deshalb hat Lies auch keine Angst vor einer Mitgliederabstimmung: "Immer, wenn ich mich beworben habe und gesagt habe, ich möchte die Aufgabe wahrnehmen, war es eine Chance, was Neues zu machen. Insofern ist es eine Herausforderung, bei der ich nur gewinnen kann." Beim letzten Mal, 2010, gewann er den SPD-Landesvorsitz.