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Ist eine "grüne" Revolution angesichts des Klimawandels unausweichlich?
Experten warnen: Bei steigenden Temperaturen mit Extremwetterereignissen fallen die Ernteerträge von Getreide, Obst und Gemüse. Die Versorgung der Gesellschaft mit Nahrungsmitteln könnte dramatisch zurückgehen. Diese Prognosen stellen Landwirte, Agrarwissenschaftler und Pflanzenzüchter vor enorme Herausforderungen.
In der NDR Info Sendereihe "Logo - Wissenschaft aus Braunschweig" diskutierten am 14. September 2011 interessierte Bürgerinnen und Bürger mit Experten im Haus der Wissenschaft über viele offene Fragen. Moderiert wurde die fast zweistündige Podiumsdiskussion von NDR Info Wissenschaftsredakteurin Regina Methler.
Womit soll die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden? Welche Pflanzen sind resistent gegen Extremwetterereignisse? Wie können alte Pflanzen widerstandsfähig gemacht und Ernteerträge gesteigert werden? Die Ansprüche an die Pflanzen der Zukunft sind mit klassischer Züchtung kaum zu erreichen. Können Biotechnologen, Molekularbiologen und "grüne" Gentechniker die Probleme lösen? Und was können Agrarökonomen mit ihren Analysen zur Sicherung der Ernährung beitragen?
Eine Zusammenfassung von "Logo - Wissenschaft aus Braunschweig" sendet NDR Info am Freitag, 11. Mai, um 21.05 Uhr und am Sonntag, 13. Mai, um 15.05 Uhr.
In einer Tankfüllung Bioethanol stecken 15 Kilo Getreide, davon kann ein Mensch ein ganzes Jahr leben. Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Präsident des Thünen-Instituts, dem Bundesforschungsinstituts für Landwirtschaft in Braunschweig, prognostiziert, dass sich die Nutzungskonkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Bioenergie erheblich verschärfen wird. Er tankt trotzdem E 10 und hält nichts davon, dem Vebraucher Vorschriften zu machen.
Diesen Sommer stand das Regenwasser in Deutschland auf den Feldern, die Bauern konnten teilweise nicht ernten, weil ihre Maschinen stecken geblieben wären. Solche "Starkregenereignisse" werden demnächst vielleicht häufiger vorkommen. Welche Lösungen die Bodenkundler vom Braunschweiger Julius Kühn-Institut für diesen Fall haben und wie Regenwürmer dabei helfen können, berichtet NDR Info Redakteurin Carmen Woisczyk. Sie hat mit den Experten gesprochen.
Dr. Jens-Georg Unger leitet im Julius Kühn-Institut die Abteilung für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit. Auch er beschäftigt sich mit der Auswirkung des Klimawandels auf die Welternährung, insbesondere durch den Einfluß von Schädlingen. Dr. Unger machte die Auswirkungen von der Klimaerwärmung auf die Schädlinge deutlich, sowie die Probleme, die durch den internationalen Handel mit Lebensmitteln und der damit einhergehenden Einschleppung von Schädlingen entstehen.
Prof. Jörg-Michel Greef, der Leiter des Instituts für Pflanzenbau und Bodenkunde am Julius Kühn-Institut machte deutlich, wie sich die Bauern in Deutschland dem Klimawandel anpassen können - und wie unkalkulierbare Risiken wie Hagel, Überschwemmungen oder anhaltende Trockenheit kalkulierbar gemacht werden können. Den Wandel im Anbau der Kulturpflanzen sieht er als Chance.
Brauchen wir nun eine grüne Revolution? Die Meinungen der Experten auf dem Podium gingen auseinander. Dr. Annette Freibauer, die stellvertretende Leiterin des Instituts für agrarrelevante Klimaforschung am Thünen-Institut, meint, dass die wichtigste Revolution zuerst in den Köpfen stattfinden muss.
Zuschauer diskutieren mit
Die Zuschauer waren sehr interessiert am Thema und diskutierten nach der Sendung mit den Experten.
Obwohl die Aula im Braunschweiger Haus der Wissenschaft nicht ganz gefüllt war, kam es nach der Sendung zu einer lebhaften Diskussion. Die Zuschauer nutzten die Möglichkeit, auch einmal mit Experten über das Thema Klimawandel und Ernährung zu sprechen und so an der Podiumsdiskussion teilzunehmen. Viele von ihnen brachten neben kritischen Fragen auch ihre persönliche Sicht auf die Dinge mit ein. Am Schluss äußerten sich viele Zuschauer positiv über die Themenauswahl, die Kompetenz der Experten und die NDR Info Sendung "Logo - Das Wissenschaftsmagazin".
Der Norddeutsche Rundfunk und die "Braunschweiger Zeitung" organisieren das Diskussions-Forum rund um aktuelle Themen regelmäßig.
"Logo - Wissenschaft aus Braunschweig" kommt wieder ins "Haus der Wissenschaften" am 12. September 2012 um 19 Uhr.
Thema: "Zwischen Sozialem Netzwerk und Cyberwar: Chancen und Risiken im Internet"