AKTUELLES AUS DER REGION
  • Niedersachsen Regionen Niedersachsen Hannover Heide Osnabrück Oldenburg Harz
    Möglichkeit zur Auswahl der Region
Forum
Farbige Männchen mit Sprechblase © Fotolia.com Fotograf: iQoncept
 

Ihre Meinung zur Wahl in Niedersachsen

Die Kandidaten, die Themen, der Wahlkampf: Hier ist Ihre Meinung gefragt - diskutieren Sie mit anderen Usern! mehr

Archiv
Hand wirft Umschlag in Wahlurne © Fotolia.com Fotograf: opicobello
 

Alle Beiträge zur Landtagswahl 2013

Porträts, Umfragen, Streit-Themen, Wahlkampf-Veranstaltungen - hier finden Sie alle Beiträge zur Landtagswahl 2013. mehr

 

Die Piraten vor der Wahl: Es lebe das Chaos

von Jenny Witte

Ein Parteimitglied sitzt im Plenum beim Landesparteitag der Piraten-Partei in Osnabrück neben dem Modell eines Piratenschiffes. © dpa-Bildfunk Fotograf: Friso Gentsch Detailansicht des Bildes Ob der Wahlspruch der Piraten "Alles klar zum Ändern" wahr wird? Sie legten einst einen Senkrechtstart hin - doch davon ist aktuell in Niedersachsen nicht mehr viel zu spüren. Die Piraten haben sich auf dem Weg zu ihrer ersten niedersächsischen Landtagswahl in schweres Fahrwasser begeben - und das zum Teil selbstverschuldet.

Die zunächst guten Umfragewerte der Partei von acht Prozent im vergangenen Mai schrumpften während des Wahlkampfs angesichts peinlicher Pannen schnell zusammen. Zwischendurch mussten die Piraten sogar kurzzeitig darum zittern, ob sie überhaupt an der Wahl teilnehmen dürfen.

Wahl mit Hindernissen

So schien schon die Wahl eines Spitzenkandidaten die Partei vor große Herausforderungen zu stellen. Zumindest bedurfte es dazu gleich mehrerer Versuche. Dabei sollte die Liste für die Landtagswahl bereits im vergangenen April auf einem Parteitag in Nienburg bestückt werden. Auf Listenplatz 1 stand der Göttinger Kultur- und Politikwissenschaftler Meinhardt Ramaswamy. Doch weil mindestens ein Nicht-EU-Bürger unerlaubt seine Stimme abgegeben hatte, wurde die Wahl für ungültig erklärt.

Beim nächsten Versuch gut drei Monate später in Wolfenbüttel waren es dann die Stimmen von zwei Jugendlichen, die den Piraten das Ergebnis verhagelten - und der Eindruck der Chaospartei festigte sich. So zog sich die Kür des 59-Jährigen bis August hin. Doch damit nicht genug: Nach heftiger Kritik aus den eigenen Reihen wurde auch die Rechtmäßigkeit dieser Wahl angezweifelt. Der Wahlausschuss prüfte die Vorgänge - und ließ die Piraten mit ihrer Liste in die Wahl ziehen.

Auslegungssache Pressefreiheit?

Doch auch mit der ungewöhnlichen Auslegung des Begriffs "Pressefreiheit" sorgten die Piraten zwischenzeitlich für Diskussionen. Ausgerechnet die Partei, die sich das Thema Transparenz auf die Fahnen geschrieben hat, wollte Journalisten während des Wolfenbütteler Parteitages aus einer "privaten Zone" verbannen. "Ton- und Bildmedien" seien "während der laufenden Veranstaltung nicht erwünscht", ließ man wissen. Ein Sturm der Empörung und Häme brach los - und die Piraten ruderten eifrig zurück. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt, teilte man mit. Selbstverständlich gebe es keinerlei Einschränkungen der Presse. Es sei lediglich ein medienfreier Raum geplant, in den sich die Parteimitglieder zurückziehen könnten.

Doch trotz der Negativschlagzeilen versuchen sich die Piraten im Wahlkampf ihres Rufs als "Ein-Themen-Partei" zu entledigen. Im Wahlprogramm wird neben Transparenz, Schutz der Bürgerrechte und dem vollständigen Wechsel zu erneuerbaren Energien auch das Ziel erklärt, Gorleben aus der Suche nach einem Atommüllendlager herauszunehmen.

Verzweifelter Stimmenfang

Ihr bevorzugtes Terrain für den Stimmenfang sehen die Piraten naturgemäß im Internet. Neben Twitter und Facebook hat die Partei auch eine eigene Smartphone-App entwickelt, auf der alle Infos zum Wahlkampf der Partei verfügbar sind. Allein im Dezember sendeten die Mitglieder außerdem rund 12.000 Kurznachrichten via Twitter.

Ob die Piraten trotz der Omnipräsenz im Netz ihre Pannen wett machen und ihren Wahlspruch "Alles klar zum Ändern" Wahrheit werden lassen können, scheint allerdings fraglich. Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend liegen sie derzeit bei 3 Prozent und würden es damit nicht in den Landtag schaffen.

Logo Panorama 3
Landtagswahl 2013
Weitere Informationen
Das Piraten Partei Logo auf einem orangenen Stofftransparent © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
 

Piraten wollen 2013 den Landtag entern

Auf dem Landesparteitag in Osnabrück skizzierten die Piraten ihr Programm. mehr


Vorbild Obama? Web-Wahlkampf in Niedersachsen

Niedersachsens Parteien twittern, posten und flickrn politische Botschaften. mehr


Wer will was? Wahlkampf-Themen der Parteien

Ein Überblick über die Positionen der Parteien zu prägenden Wahlkampf-Themen. mehr