Die Landtagsfraktion der CDU hat sich am Freitag zur kommenden Legislaturperiode von 19 Abgeordneten verabschiedet. Der prominenteste Vertreter dürfte Finanzminister Hartmut Möllring gewesen sein. Anfang des Jahres war er zum Beispiel immer wieder gefragt, als er vor dem Plenum Fragen zur Promi-Party Nord-Süd-Dialog beantworten musste.
Swantje Hartmann war sogar für zwei Parteien im Landtag. Zunächst für die SPD, für die sie das Amt der finanzpolitischen Sprecherin übernahm. Dann jedoch kam die Finanzaffäre: Ihrem damaligen Lebensgefährten wurde Veruntreuung von Parteigeldern vorgeworfen. 2009 trat sie aus der SPD aus und in die CDU ein. Sie wird nicht wieder kandidieren.
Lutz Stratmann war bis 2010 sieben Jahre lang Minister für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen, bis ihn Johanna Wanka ablöste. Er saß seit 1994 mit einer zweijährigen Unterbrechung für die CDU im Landtag, die Sitzung im Dezember war seine letzte.
Er leitete regelmäßig die Landtagssitzungen, rief zur Ordnung und hatte immer die Redezeiten der Abgeordneten im Blick: Hermann Dinkla (CDU) war seit 1994 im Landtag und während der aktuellen Legislaturperiode Landtagspräsident.
Bei der SPD werden 13 Abgeordnete bei der kommenden Wahl nicht wieder antreten, zum Beispiel Wolfgang Jüttner. Nach 27 Jahren Arbeit im Parlament ist nun Schluss. Jüttner war fünf Jahre lang Umweltminister und bis 2010 Vorsitzender der SPD-Fraktion. Als SPD-Spitzenkandidat verlor Jüttner 2007 die Wahl gegen Christian Wulff.
Auch Heinrich Aller war von 1998 bis 2003 Minister einer von der SPD geführten Regierung, er leitete das Finanzressort. Aller saß mehr als 30 Jahre für die Sozialdemokraten im niedersächsischen Parlament, 2013 wird er nicht mehr antreten.
Es konnte nur eine geben: Nachdem Doris Schröder-Köpf (l.) die Abstimmung über die Direktkandidatur im Wahlkreis Hannover-Döhren gewonnen hatte, sagte Sigrid Leuschner: "Ich bin enttäuscht und mache meinen Ortsverein dafür verantwortlich." Für die SPD-Landesliste 2013 steht sie nicht zur Verfügung.
Stefan Schostok ist aktuell noch Fraktionsvorsitzender der SPD, im kommenden Landtag aber definitv nicht dabei. Schostok verzichtet wegen einer anderen Kandidatur: Der Politiker möchte Nachfolger von Stephan Weil als Hannovers Oberbürgermeister werden. Weil selbst ist bei der Landtagswahl SPD-Spitzenkandidat.
Die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen verabschiedet sich von mindestens drei Abgeordneten. Unter ihnen auch Ursula Helmhold, bei der Landtagswahl 2008 war sie noch Spitzenkandidatin der Partei. Zudem war sie Sprecherin für Soziales, Gesundheit und Medien.
Der prominenteste der drei scheidenden FDP-Abgeordneten ist wohl der ehemalige Umweltminister Hans-Heinrich Sander. Als er 2006 an der Elbe höchstpersönlich zur Säge griff und Gehölz stutzte - mitten im Biospährenreservat Elbtalaue - bekam er den Spitznamen "Kettensägenminister".
Auch bei den Linken verabschiedeten sich drei Abgeordnete, zum Beispiel Fraktionssprecherin Kreszentia Flauger. Sie selbst beklagt auf ihrer Homepage, dass sie momentan wenig Zeit für andere Tätigkeiten habe, die sie mit Begeisterung ausübe. Vielleicht findet sie die ja ab Januar wieder, um zum Beispiel Glasperlen-Schmuck zu basteln.