Stephan Weil: Ausnahmsweise ausgelassen

Stephan Weil und Parteikollegen starten Laola. © dapd Fotograf: Clemens Bilan Detailansicht des Bildes "Ich freue mich auf fünf Jahre mit Rot-Grün", jubelt Weil. "Feiern, feiern, feiern" - das wollte der Spitzenkandidat der SPD in Niedersachsen, Stephan Weil nach der Verkündung des vorläufigen Endergebnisses. Weil lacht, schließt vor Freude die Augen, lässt sich sogar zur La Ola hinreißen. So losgelöst erlebt man den Hannoveraner selten.

Wer ist Stephan Weil?

Wer ist der Mann, der bald Ministerpräsident David McAllister (CDU) ablösen wird? Seine berufliche Karriere ist schnell erzählt: Weil ist Jurist, hat in Göttingen studiert und als Rechtsanwalt und Richter in Hannover gearbeitet. Mit 33 Jahren wurde er Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hannover-Stadt. Vier Jahre später begann er als Kämmerer bei der Stadt Hannover. Im Jahr 2006 beerbt er Herbert Schmalstieg als Oberbürgermeister der Stadt. Seine Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs behielt er lange für sich: Erst im September 2011 kündigte er seine Kandidatur an.

Persönlich ist Weil weniger greifbar. Das "Gegenteil einer Rampensau", schreibt "Die Welt" über den 54-Jährigen. Weil selbst präsentiert sich gern als Mann des Ausgleichs. Er sagt, er sei "bürgernah, sachlich, pragmatisch". Als größte Gefahr im Wahlkampf galt, dass er neben dem beliebten McAllister langweilig gelten könnte.

Der langsame Weg nach oben

Bei den Wählern kam der 54-Jährige nur langsam an. Umfrageergebnisse von Infratest dimap zeigen: Im Januar kannten nur 67 Prozent den gebürtigen Hamburger. Im Vergleich: McAllister lag bei 97 Prozent. Doch bei der Beliebtheit kann Weil punkten. Im Januar kommt er auf 34 Prozent, vier Prozentpunkte mehr als im Dezember.

Weil ganz privat

Aber Weil machte seine Hausaufgaben: Er tourte durch die Gemeinden und tingelt durch die Provinz. Auch das absolvierte er gewissenhaft. Und so erfuhren auch die Wähler mehr über ihn.

Er ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes. Außerdem ist Weil treuer Fand von Hannover 96 - seit mehr als 40 Jahren schlägt sein Herz für den Verein. Nach Feierabend geht er mit seinen Freunden gern mal in einer typischen hannoverschen Kneipe ein Bier trinken. Zum Ausgleich zur Arbeit joggt er regelmäßig.

Auch an dem aufregenden Wahlabend war das übrigens sein Rezept: Er sagte, er habe sich nach dem Urnengang die Laufschuhe angezogen und sei durch den Wald gerannt.

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