Weil soll nun auch Landeschef werden
Der Landesvorsitzende Olaf Lies hat seinen Rücktritt angekündigt. (28.11.2011) mehr
Kommentar
NDR 1 Niedersachsen Redakteur Dirk Banse: Stephan Weil ist ein "harter Brocken" für David McAllister.
"Ab heute beschäftigen wir uns nicht mehr mit uns selbst, heute beginnt der Wahlkampf" - markige Worte des frisch gekürten SPD-Herausforderers Stephan Weil. Doch ganz so schnell wird es wohl nicht gehen, da sind zunächst noch ein paar Aufräumarbeiten in der SPD notwendig.
Erste Aufgabe von Weil muss es sein, die Genossen im Nordwesten auf das Ziel Wahlsieg einzuschwören, und die Anhänger von Olaf Lies auch emotional an ihn, den neuen Hoffnungsträger zu binden. Denn die erste Voraussetzung für einen Wahlsieg 2013 ist eine geschlossene SPD.
Und die zweite Aufgabe: Weil muss den richtigen Zeitpunkt zum Abschied aus dem Rathaus in Hannover finden. Ansonsten gerät er schnell in die Gefahr, von CDU und FDP als Kommunalpolitiker mit Partikularinteressen hingestellt zu werden.
Es ist Stefan Weil zuzutrauen, dass er beide Aufgaben bewältigt. Dann ist er der richtige Kandidat. Und dann ist er ein harter Brocken für Ministerpräsident David McAllister (CDU). Weil fehlt vielleicht dieser jugendliche Charme, den der Ministerpräsident zu versprühen vermag, seine Attribute sind andere: Glaubwürdig, seriös, solide - er selber sagt von sich, er sei ein bürgerlicher Typ. Und genau das macht ihn für den CDU-Regierungschef so gefährlich. Denn Weil polarisiert nicht, er arbeitet pragmatisch, er kann auch über das klassische SPD-Klientel hinaus wirken, Wähler aus der Mitte für sich gewinnen. Weil garantiert zwar keinen Wahlsieg, aber mit ihm hat die SPD 2013 eine reale Machtperspektive - und das ist nach den vergangenen Jahren schon eine ganze Menge.