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ICE zu voll: Politiker twittern aus dem Zug

von Birgit Reichardt

Hubertus Heil (Archivbild vom 14.05.2006) © picture-alliance Fotograf: Sven Simon Detailansicht des Bildes Hubertus Heil twitterte direkt aus dem ICE. (Archivbild) Proppevoll sind die Züge freitagnachmittags - doch dieser ICE von Berlin über Hannover nach Köln war derartig stark besetzt, dass der Zugführer zwei Stationen nach dem Start am Berliner Ostbahnhof die Weiterfahrt verweigerte. In Spandau blieb der Zug stehen. Und im Zeitalter Sozialer Medien kann man mitlesen - a: Was genau gerade im ICE 546 passiert und b: Wer aus Berlin Richtung Niedersachsen unterwegs ist. Zahlreiche Politiker nämlich, und die twitterten ihren Unmut direkt aus dem Zug: "ICE 546 steht in Spandau. Ansage: zuviel Leute im Zug. Er fährt erst weiter, wenn Fahrgäste freiwillig aussteigen.... Wahnsinn...", schrieb zum Beispiel Hubertus Heil aus Peine, Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag.

Sven Kindler und Volker Beck verärgert

Sven Kindler, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Hannover, twitterte: "Wahnsinn Deutsche Bahn: Zug fährt nicht weiter in Spandau, da zu viele Fahrgäste. Aufforderung freiwillig auszusteigen." Und Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen und Bundestagsabgeordneter aus Köln, zwitscherte: "Noch nie erlebt: Bahn fährt nicht weiter, weil es zu viele Fahrgäste gibt. So wird Verspätung ausgebaut."

50 Minuten Verspätung

Dass die Politiker so verärgert, aber durchaus auch mit viel Humor, auf die Ansage des Zugführers reagierten, hat nicht allein mit dem unfreiwilligen Halt in Spandau zu tun - 20 Minuten dauerte der Aufenthalt dort. Der Zug hatte schon zuvor bereits fast eine halbe Stunde Verspätung, wie die Deutsche Bahn NDR.de bestätigte. Und Hubertus Heil hatte noch einen langen Abend vor sich. Er sei auf dem Weg zum Bürgerparteitag in Gifhorn, wie er NDR.de von unterwegs per Twitter mitteilte. Später wollte er über Peine nach Walsrode, wo am Sonnabend der SPD-Landesparteitag stattfindet.

Deutsche Bahn: Ermessenspielraum des Zugführers

Ein Tweet von Hubertus Heil © Twitter Fotograf: Screenshot Detailansicht des Bildes Dass der Zugführer die Fahrgäste zum Aussteigen bewegen wollte, liege übrigens in dessen Ermessenspielraum, sagte ein Sprecher NDR.de. Stelle er fest, dass die Notfalleinrichtungen wie Feuerlöscher nicht mehr erreichbar sind, dürfe er so handeln. In diesem Fall aber habe man die Passagiere einfach "umgeschichtet", gleichmäßiger auf den Zug verteilt. Pech für Dennis Morhardt - denn er war vielleicht der einzige, der der Aufforderung des Zugführers folgte: "Bin mal freiwillig ausgestiegen", zwitscherte er. Hubertus Heil und die Politiker-Kollegen bewiesen dagegen Sitzfleisch. Der SPD-Politiker zwitscherte zudem ein wenig mit Moderator Jan Böhmermann - richtig - auch er saß im Zug: "Fehlt nur noch, dass Helmut Schmidt, der Papst und Reinhold Messner in diesem ICE sind..."

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Ein ICE unterwegs © dpa - Report Fotograf: Jürgen Lösel
 

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