ICE rauscht grußlos an Göttingen vorbei
Ein Versehen des Lokführers soll Ursache für die Panne gewesen sein. (16.05.2013) mehr
Hubertus Heil twitterte direkt aus dem ICE. (Archivbild)
Proppevoll sind die Züge freitagnachmittags - doch dieser ICE von Berlin über Hannover nach Köln war derartig stark besetzt, dass der Zugführer zwei Stationen nach dem Start am Berliner Ostbahnhof die Weiterfahrt verweigerte. In Spandau blieb der Zug stehen. Und im Zeitalter Sozialer Medien kann man mitlesen - a: Was genau gerade im ICE 546 passiert und b: Wer aus Berlin Richtung Niedersachsen unterwegs ist. Zahlreiche Politiker nämlich, und die twitterten ihren Unmut direkt aus dem Zug: "ICE 546 steht in Spandau. Ansage: zuviel Leute im Zug. Er fährt erst weiter, wenn Fahrgäste freiwillig aussteigen.... Wahnsinn...", schrieb zum Beispiel Hubertus Heil aus Peine, Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag.
Sven Kindler, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Hannover, twitterte: "Wahnsinn Deutsche Bahn: Zug fährt nicht weiter in Spandau, da zu viele Fahrgäste. Aufforderung freiwillig auszusteigen." Und Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen und Bundestagsabgeordneter aus Köln, zwitscherte: "Noch nie erlebt: Bahn fährt nicht weiter, weil es zu viele Fahrgäste gibt. So wird Verspätung ausgebaut."
Dass die Politiker so verärgert, aber durchaus auch mit viel Humor, auf die Ansage des Zugführers reagierten, hat nicht allein mit dem unfreiwilligen Halt in Spandau zu tun - 20 Minuten dauerte der Aufenthalt dort. Der Zug hatte schon zuvor bereits fast eine halbe Stunde Verspätung, wie die Deutsche Bahn NDR.de bestätigte. Und Hubertus Heil hatte noch einen langen Abend vor sich. Er sei auf dem Weg zum Bürgerparteitag in Gifhorn, wie er NDR.de von unterwegs per Twitter mitteilte. Später wollte er über Peine nach Walsrode, wo am Sonnabend der SPD-Landesparteitag stattfindet.
Dass der Zugführer die Fahrgäste zum Aussteigen bewegen wollte, liege übrigens in dessen Ermessenspielraum, sagte ein Sprecher NDR.de. Stelle er fest, dass die Notfalleinrichtungen wie Feuerlöscher nicht mehr erreichbar sind, dürfe er so handeln. In diesem Fall aber habe man die Passagiere einfach "umgeschichtet", gleichmäßiger auf den Zug verteilt. Pech für Dennis Morhardt - denn er war vielleicht der einzige, der der Aufforderung des Zugführers folgte: "Bin mal freiwillig ausgestiegen", zwitscherte er. Hubertus Heil und die Politiker-Kollegen bewiesen dagegen Sitzfleisch. Der SPD-Politiker zwitscherte zudem ein wenig mit Moderator Jan Böhmermann - richtig - auch er saß im Zug: "Fehlt nur noch, dass Helmut Schmidt, der Papst und Reinhold Messner in diesem ICE sind..."
Humor hat man oder?
? Haben Sie den Artikel gelesen? Keiner hat sch über die Vespätung wegen der Flut geärgert. Das zum einen. Und die ach so bösen Politiker haben sich per Twitter geäußert, als der Zugführer sagte,... [mehr]
Genau richtig in Vollen!! Was heißt hier klar, drohen Sie ihm?? Diesen Beitrag hätten sich alle Beteiligten klemmen können! Die Twitterer und der NDR! Es sitzen noch Tausende in den Flutgebieten!... [mehr]
herr
...nu mal nicht so " in die vollen ", klar !? manchmal ist es auch ganz sinnvoll, sich gedanken darüber zu machen wie jdn. etwas meint..., oder !? bubabuba [mehr]
In diesem Land nicht wirklich überraschend. Ich könnte das auch weit bösartiger formulieren... [mehr]
Politiker machen sich Luft? Ausgerechnet POLITIKER? Das soll doch wohl ein Scherz sein und dann noch ein wirklich schlechter! Genau diese Sorte "Politiker" ist seit Jahr und Tag mitverantwortlich... [mehr]