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Polizei geht gegen Fußball-Hooligans vor

Polizeiwappen von Niedersachsen © dpa/Picture-Alliance Fotograf: Holger Hollemann Detailansicht des Bildes Die niedersächsische Polizei will die Gewalt am Rande von Fußballspielen eindämmen. (Archivfoto) Razzia bei gewaltbereiten Fußballfans in Braunschweig und Umgebung: In einer gemeinsamen Aktion haben Ermittler der Polizei 26 Wohnungen durchsucht. Zahlreiche Handys, Computer, Schlagringe, Vermummungsmasken, Leuchtkörper und anderes Beweismaterial wurde beschlagnahmt. Den Fußball-Chaoten im Alter von 19 bis 37 Jahren wird vorgeworfen, am 7. November 2009 zunächst im Stadion Osterholz-Scharmbeck und dann am Bremer Hauptbahnhof randaliert zu haben.

Am Abend desselben Tages sollen sie dann Fans von Hannover 96 in einem Zug auf dem Bahnhof Weddel bei Braunschweig brutal angegriffen haben. "Das war ein regelrechter Überfall", sagte Detlef Stefan von der Braunschweiger Polizei.

Aus allen Schichten

Die Durchsuchungen erfolgten im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Insgesamt 220 Beamte der Bundespolizei und der Polizeidirektion waren im Einsatz. "Die Täter müssen mit Anklagen wegen schweren Landesfriedensbruch und Körperverletzung rechnen", sagte Oberstaatsanwalt Joachim Geyer. Die Männer stammten "aus allen Schichten": Akademiker, Familienväter, sozial Schwache - die ganze Palette der Bevölkerung sei vertreten. Die Hooligans aus dem Umfeld von Eintracht Braunschweig sind bundesweit bekannt.

Vom Fußballplatz zur Randale im Bahnhof

Die Gruppe soll am besagten Tag im November zunächst ein Fußballspiel in Osterholz-Scharmbeck "massiv gestört" haben, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Hooligans wurden deshalb des Platzes verwiesen und lieferten sich anschließend Rangeleien mit der Polizei. Sie fuhren danach mit dem Zug weiter nach Bremen, wo es in einem Schnellrestaurant ebenfalls zu Schlägereien kam. Zehn Personen seien in Gewahrsam genommen worden.

Vermummte mit Eisenstangen

Am Abend des 7. November gab es dann in Weddel (Kreis Wolfenbüttel) einen Überfall auf Fans von Hannover 96. 20 bis 30 vermummte Gewalttäter stürmten den Zug, in dem die Fans saßen. Die Angreifer waren mit Eisenstangen, Baseball-Schlägern und Latten bewaffnet. Sie zerstörten einen Waggon und Teile des Bahnhofes. Es entstand nach Angaben der Deutschen Bahn ein Schaden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. Die Täter entkamen. Auch diesen Angriff bringen die Ermittler mit den Hooligans in Verbindung.

Eintracht Braunschweig unterstützt Polizei

Braunschweigs Polizei-Präsident Harry Döring rief Vereine und Verbände auf, sich von Hooligans zu distanzieren: "Und das nicht nur in Sonntagsreden." Eintracht-Präsident Sebastian Ebel sagte: "Wir distanzieren uns von jeglicher Form von Gewalt und unterstützen alle notwendigen Maßnahmen der Polizei, um gegen Gewalttäter vorzugehen."

Innenminister: "Das hat eine neue Qualität"

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) beklagt derweil eine zunehmende Gewaltbereitschaft bei Fußballfans. Zu den jüngsten Attacken von Hooligans sagte er: "Das hat eine neue Qualität. Wir müssen mit Strafen und Repressionen dagegen vorgehen."

Im Jahr 2008 wurden nach Angaben des Innenministeriums in der Bundesliga und Zweiten Liga insgesamt rund 350 Straftaten von Fans begangen, in der Dritten Liga waren es noch einmal genauso viele. Die Polizei-Einsätze bei Fußballspielen in Niedersachsen kosten das Land nach eigenen Angaben rund 8,5 Millionen Euro im Jahr.

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