Weitere Helferkolonnen ziehen von der Elbe ab
Die Evakuierung der Altstadtinsel ist aufgehoben worden. (14.06.2013) mehr
Beraten Hilfskräfte und Krisenstäbe: Deichfachberaterin Miriam Glinka und ein Kollege.
Mehrmals am Tag trifft sich zurzeit der Katastrophenstab des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Dann geht es darum, die neuesten Entwicklungen zum Elb-Hochwasser zu besprechen. Mit dabei ist auch Miriam Glinka. Die 29-Jährige ist eine der wenigen technischen Beraterinnen für Deichverteidigung und Hochwasserschutz beim Technischen Hilfswerk (THW). Es ist ihr erster großer Einsatz.
Seit Montag ist die sonst in Lehrte (Region Hannover) stationierte Glinka im Überschwemmungsgebiet. Dort begutachtet sie gemeinsam mit sieben anderen Fachberatern Gefahrenstellen an den Deichen. "Die Beurteilung von Sickerstellen hier vor Ort ist eine ganz andere als in der Theorie oder in Übungen, da die Gegebenheiten so unterschiedlich sind", sagt sie. Deshalb steht ihr auch immer ein erfahrener Kollege zur Seite.
Für Menschen im Einsatz: Glinka ist gelernte Heilerziehungspflegerin - und hat sich in Schulungen weitergebildet.
"Schon immer habe ich mich für das Thema Deichverteidigung interessiert. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Einsatzoptionen des THW", sagt die 29-Jährige, die bemerkenswerterweise bereits seit 20 Jahren in der Katastrophenschutzorganisation aktiv ist. Nach einem Lehrgang und einer Weiterbildung ist sie nun geschulte Deichverteidigerin. Direkt vor dem Hochwasser absolvierte Miriam Glinka, die auch selbst Kräfte von Feuerwehr oder Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Deichverteidigung ausbildet, eine weiterführende Schulung.
Vor Ort zeigt sich, dass Glinka neben Messbecher und Zollstock vor allem eines braucht: Fingerspitzengefühl und Überzeugungskraft. Nur so können Krisenstab und Einsatzkräfte optimal zusammenarbeiten.