Einigung: Acht Milliarden Euro für Flutopfer
Bund und Länder haben sich auf die Gründung eines nationalen Aufbaufonds für die Hochwassergebiete geeinigt. In den Topf sollen etwa acht Milliarden Euro kommen. mehr
Wie hoch die Schäden der Flut genau sein werden, ist noch gar nicht abzusehen.
Nach den Rekordpegel-Ständen an der Elbe könnten auch die Folgeschäden der diesjährigen Hochwasser-Katastrophe Rekordwerte erreichen. Darauf deutet zumindest die Höhe des Hilfsfonds hin, über den Bund und Länder am Donnerstag in Berlin verhandelt haben. Bis zu acht Milliarden Euro sollen zur Verfügung gestellt werden, die sich Bund und Länder jeweils zur Hälfte teilen. Damit fällt die Hilfe weitaus höher aus als 2002. Bei der damaligen "Jahrhundertflut" wurden etwa 6,5 Milliarden Euro bereitgestellt.
Auch der niedersächsische Städte- und Gemeindebund hatte sich am Donnerstag in Bad Fallingbostel mit den Folgen der Flut beschäftigt. Der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes, Marco Trips, sagte: "Die Kosten für die Beseitigung der Schäden werden gewaltig werden." Er forderte, Planverfahren zum Hochwasserschutz künftig vorrangig zu behandeln und zu beschleunigen. Welche Auswirkungen das Hochwasser auf die Landwirtschaft haben wird, lässt sich nach Angaben von Experten noch nicht genau absehen. Regional werde es mit Sicherheit Einbußen geben, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Obst-, Gemüse- und Kartoffelbauern. "Die Schäden sind aber im Moment noch nicht bezifferbar."
Die Evakuierung von Rindern ist ein weiterer Kostenfaktor. Mehrere tausend Rinder könnten im schlimmsten Fall von der Flut betroffen sein, schätzte der niedersächsische Bauernverband am Montag. "Das bedeutet einen Mordsstress für die Tiere." Oft seien Folgeschägen die Folge. Auch der Lüneburger Kreislandwirt Jens Wischmann sorgt sich um seine Kollegen: "Die hatten gerade zwei trockene Wochen, um unter Hochdruck Futter zu bergen, und haben rund um die Uhr gearbeitet." Viele hätten dann in den vergangenen Tagen bei der Deichsicherheit mit angepackt.
Am Wochenende hatte Agrarminister Christian Meyer (Grüne) noch mit Hochwasserschäden zwischen 17 und 18 Millionen Euro in der niedersächsischen Landwirtschaft gerechnet. Allein die Schäden an Wiesen und anderem Grünland schätzte die Landwirtschaftskammer auf eine Summe von 5,9 Millionen Euro. Diese Schadensangaben vom Wochenende betreffen allerdings nur die Hochwasserlage in Ost-, Zentral- und Südniedersachsen. Mögliche Schäden in den überfluteten Gebieten der Elbe sind darin noch nicht einkalkuliert.
Der Bund hatte zunächst Soforthilfen von insgesamt 100 Millionen Euro zugesagt. Zudem sagte Merkel am Mittwoch in Hitzacker den Kommunen zu, dass sie nicht mit zusätzlichen Kosten für die Fluthilfe rechnen müssten. "Sowohl die Bundeswehr, als auch das Technische Hilfswerk, als auch die Bundespolizei werden keine Rechnungen stellen", versprach die Bundeskanzlerin.