Was passiert nach dem Hochwasser?
Wenn das Wasser weg ist, werden die Schäden an und in den Häusern erst richtig sichtbar. Frank Bringe ist Gebäudesachverständiger aus Hamburg.
Video starten (02:01 min)Die Schäden der Flutkatastrophe in Niedersachsen sind noch nicht abzusehen. Erst ganz allmählich wird sich herausstellen, wie viel kaputtgegangen ist, wie groß der Ernte-Ausfall sein wird, welche Verluste sonst noch zu beklagen sind. Die Aufräumarbeiten werden Wochen dauern. Die niedersächsische Landesregierung hat als ersten Schritt beschlossen, den Opfern des Hochwassers Soforthilfen in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die eine Hälfte davon übernimmt der Bund, die andere das Land, wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des rot-grünen Kabinetts in Hannover mitteilte.
Schnell und unbürokratisch soll den Flutopfern geholfen werden. Niedersachsen stellt 40 Millionen Euro bereit, um erste Hilfe vor allem für Nicht-Versicherte zu leisten.
Die Hilfen sollen laut Pistorius in mehrere Bereiche fließen: an Privathaushalte, Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft. Wo Geschädigte keinen Anspruch auf andere Leistungen haben, soll die Soforthilfe greifen. Auch Schäden an der kommunalen Infrastruktur sollen damit ausgeglichen werden. Das Innenministerium habe entsprechende Verhandlungen mit dem Bund aufgenommen. Zusätzlich prüft das Finanzministerium offenbar Möglichkeiten, Hochwasseropfern Steuererleichterungen zu gewähren.
Die Flutschäden werden von Experten schon jetzt höher als die von 2002 eingeschätzt. Die Ratingagentur Fitch geht von einem volkswirtschaftlichen Schaden von etwa zwölf Milliarden Euro aus. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Opfer mit Pauschalzahlungen aus einem Fluthilfefonds unterstützen. Die Fluthilfe ist auch bei dem Treffen der 16 Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag Thema. In Regierungskreisen hieß es, es sei sicher, dass man sich angesichts der nahen Bundestagswahl bei diesem Treffen auf milliardenschwere Hilfspakete verständigen werde. Zuvor wird Merkel am Mittwoch in Hitzacker erwartet.
Der Innenminister würdigte am Dienstag die Arbeit in den Hochwassergebieten: "Ich finde es total faszinierend, mit welchem Wahnsinnseinsatz die Menschen einander helfen", so Pistorius. "Das ist etwas, worauf wir stolz sein können, dass die Solidarität funktioniert." Im Moment kämpften in Niedersachsen rund 8.000 Kräfte von Feuerwehr, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk gegen die Flut.