Wölfe kehren zurück nach Deutschland
Gefürchtet und verehrt wurden Wölfe seit Jahrtausenden. Ihr Weg zurück nach Deutschland ist der mühsame Weg hin zu einem gelassenen Umgang mit den für unser Ökosystem so wertvollen Tieren.
Bildergalerie startenErste Hinweise gab es schon vor einigen Tagen - jetzt ist die Sensation perfekt: Erstmals seit 150 Jahren hat eine freilebende Wölfin in Niedersachsen Welpen geworfen. Die Wölfin lebt mit ihrem Partner auf dem Truppenübungsplatz in Munster (Heidekreis) und wurde mit mindestens drei Babywölfen gesichtet. "Mit diesen tollen Bildern machen die Wölfe selbst für sich die beste Werbung. Das wird die Akzeptanz für die Wiederkehr dieser Tiere in Niedersachsen und unser Wolfskonzept sicher noch weiter erhöhen", freute sich Umweltminister Stefan Birkner (FDP) am Freitag.
"Wir haben jetzt den ersten eindeutigen Nachweis für Wolfswelpen aus Niedersachsen", sagte Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen. Nach Habbes Angaben sind die Welpen etwa drei Monate alt. Ob die drei noch weitere Geschwister haben, könne man derzeit nicht sagen. Sicher ist aber, dass es noch Nachweise für zwei weitere Einzeltiere - eines im Raum Bergen (Landkreis Celle) und eines im Wendland (Landkreis Lüchow-Dannenberg) - gebe, so Habbe weiter.
Das Muttertier der Welpen stammt wahrscheinlich aus einem Wolfsrudel aus Sachsen. Vor mehr als zehn Jahren waren dort die ersten Tiere aus Polen nach Deutschland eingewandert. Mittlerweile werden Jungwölfe auch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt großgezogen.
Gefahr geht von den freilebenden Wölfen nicht aus. Die Tiere hielten sich von Menschen fern, erklärt Martin Tripp, Wolfsbeauftragter der Niedersächsischen Landesforsten: "Wenn ein Wolf unter Druck gerät, ist es ganz normal, dass er sich wehrt. Aber diese Situationen sind ausgesprochen selten - sie kommen eigentlich nie vor." Der Wolf sei auf dem natürlichen Rückwanderungsweg in Niedersachsen willkommen.