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Lindemann erwägt neue Regeln für Rinderhaltung

Der niedersächsische Staatssektretär im Bundeslandwirtschaftsministerium Gert Lindemann. © dpa/lni Fotograf: Jochen Lübke Detailansicht des Bildes Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) hat Laufhöfe für Rinder ins Spiel gebracht. Nur noch wenige Landwirtschaftsbetriebe lassen ihren Nutztieren freien Auslauf auf der Weide. Vor allem in konventionell wirtschaftenden Großbetrieben fristen Rinder und Schweine ihr Dasein angebunden in einem Stall. Doch diese Form der Tierhaltung hält der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) für nicht mehr zeitgemäß. Auf der Wintertagung Rind im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum in Echem (Landkreis Lüneburg) regte der Minister am Montag an, Laufhöfe mit Tageslicht in Betrieben zu schaffen. Diese Form des Auslaufs sei eine Lösung für eine bessere Haltung, wenn Weidegang nicht möglich ist, sagte Lindemann.

Verständnis für Kritik an Tierhaltung

Das Landwirtschaftliche Bildungszentrum Echem

Im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem lernt Niedersachsens Bauernnachwuchs. Das Zentrum wird von der Landwirtschaftskammer getragen und gliedert sich in drei Bereiche. Zum einen ist das LBZ für die überbetriebliche Ausbildung rund ums Vieh zuständig, zum anderen für die Weiterbildung in ebendiesem Bereich. Außerdem können Interessierte in Echem einen Einblick in die Landwirtschaft gewinnen. Im LBZ sollen künftig auch Lehrlinge in der Schweinehaltung überbetrieblich ausgebildet werden. Dafür plant die Landwirtschaftskammer den Bau einer Anlage mit 3.000 Schweinen.

Kritik an der modernen Tierhaltung hält Lindemann zumindest in Teilbereichen für gerechtfertigt, wie er auf der Tagung zum Thema "Tierschutz und Tiergesundheit" bekannte. Gleichzeitig werde der Begriff Massentierhaltung mittlerweile inflationär gebraucht, obgleich es dafür keine verbindliche Definition gebe, kritisierte Lindemann.

Dennoch will der Minister die Kritik an der modernen Tierhaltung ernst nehmen, damit die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft rückt. Dabei müssten Lebensmittel allerdings auch bezahlbar bleiben. "Eine Abwanderung der Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft an ausländische Standorte nutzt niemandem", sagte Lindemann. Wichtig sei, sowohl gesellschaftlich akzeptierte als auch wirtschaftlich leistbare Haltungsbedingungen zu entwickeln.

Bessere Haltungsbedingungen

Kühe stehen in Barver in einem Stall (Archivbild). © dpa-Bildfunk Fotograf: Carmen Jaspersen Detailansicht des Bildes Der "Tierschutzplan Niedersachsen" soll die Haltungsbedingungen für Nutztiere verbessern. Im April vergangenen Jahres stellte der Landwirtschaftsminister seinen "Tierschutzplan Niedersachsen" vor, der bis 2018 zur Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung beitragen soll. Den Maßnahmenkatalog hatte der Minister zusammen mit Vertretern der Agrarwirtschaft sowie des Tier- und Verbraucherschutzes ausgearbeitet. Vorgesehen ist darin unter anderem, das Schnabelkürzen bei Geflügel und das Kupieren von Schwänzen bei Nutztieren zu verbieten. Kälbern sollten zudem die Hörner nicht mehr ohne Betäubung entfernt werden. Auch für alte Betriebe könnte es nach einer Übergangsfrist zur Vorschrift werden, das Bedürfnis der Tiere nach Licht, Luft und Sonne zu berücksichtigen.

Die Landwirtschaft nimmt in Niedersachsen einen besonderen Stellenwert ein. Deutschlandweit gibt es hier etwa den zweitgrößten Milchkuhbestand mit rund 77.000 Tieren. Mit dem neuen Tierschutzplan will Lindemann künftig beim Verbraucher für Produkte werben, die unter besonderen Aspekten des Tierschutzes hergestellt werden.

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Kommentar
Michael Orth, Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk © NDR
 

Tierschutzplan: Taktisches Manöver oder Erfolg?

Ein Kommentar von Michael Orth, NDR 1 Niedersachsen. (30.05.2011) mehr

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Der vollständige Text des Tierschutzplans als PDF-Download

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Ein zwei Wochen altes Putenküken © dpa-Bildfunk Fotograf: Carmen Jaspersen
 

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