Walter Müller (2.v.r.) und seine Mitstreiter wollen für den Erhalt des Technikmuseums weiter kämpfen.
Noch gut drei Wochen, dann ist das Lebenswerk von Walter Müller und Edmund Hänel aller Voraussicht nach Geschichte. Seit 28 Jahren betreiben die beiden Männer das Technikmuseum Stade auf einem städtischen Gelände an der Freiburger Straße. Zum Jahreswechsel ist damit jedoch Schluss. Denn die Stadt will das Grundstück verkaufen, um den maroden Haushalt zu sanieren.
Müller und Hänel müssen die Ausstellungshalle bis zum 31. Dezember leerräumen und besenrein übergeben. "Das können wir nicht schaffen, weil wir gar nicht die finanziellen Möglichkeiten dazu haben", sagte Müller im Interview mit NDR.de. Zudem wüssten sie nicht, wo sie die rund 10.000 zum Teil tonnenschweren Exponate unterbringen sollen. Falls sie keine Lösung finden, will die Stadt Stade die Halle Anfang nächsten Jahres räumen lassen.
Der Streit um das Technikmuseum schwelt bereits seit zwei Jahren. Nach langen Diskussionen hatte die Stadt Müller und Hänel im Februar als Ersatz eine Halle der Kommunalen Betriebe Stade (KBS) angeboten. Die Museumsbetreiber gingen auf den Vorschlag jedoch nicht ein. Nach Ansicht von Müller hätte die Stadt rund 210.000 Euro investieren müssen, da es in der Halle weder Toiletten noch Heizung gibt. Außerdem sei die Ausstellungsfläche nicht mal halb so groß wie vorher.
Stades Erster Stadtrat Dirk Kraska (CDU) hält die Ersatzhalle trotzdem für geeignet. Im Interview mit der NDR.de beklagt er, dass der Verein die angebotene Hilfe der Stadt ignoriert habe. Einen weiteren Aufschub soll es nicht geben. "Wenn der Verein die Halle nicht bis Ende des Jahres räumt, wird die Stadt aller Voraussicht nach ohne weitere Ankündigung auf Räumung des Geländes bestehen", sagte Kraska.
Müller und Hänel wollen sich auch in diesem Fall nicht kampflos geschlagen geben. Sie planen, eine Gegenklage einzureichen, um den Fortbestand ihres Lebenswerks doch noch zu retten.