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Das erste Rolling-Stones Fanmuseum polarisiert
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Über Geschmack lässt sich ja streiten, aber ist dieses Urinal auch frauenfeindlich?
Leserbriefe in der Lokalzeitung, Beschwerden bei der Gleichstellungsbeauftragten: Die Pissoirs im neuen Rolling-Stones-Museum in Lüchow seien unzumutbar - und diskriminierend, heißt es dort. Denn immerhin pinkeln die Herren der Schöpfung auf dem stillen Örtchen in einen geöffneten knallroten Mund. Ganz klar in einen Frauenmund, finden Frauenrechtlerinnen. Und fordern: Die Lippen müssen weg!
Es ist ein Stones Museum, das Urinal eine Art Abbildung des Stones Logos, etwas abgewandelt und auch nicht mit der typischen Mick Jagger Zunge, trotzdem finde ich die Idee dieser Nachbildung sehr wohl gelungen. Es stellt sich die Frage, warum man sich über dieses Urinal so aufregen kann, wo praktisch an jeder Ecke und in fast allen Medien nackte Frauen in allen erdenklichen Posen gezeigt werden.
Sobald ich mal dort bin, pinkle ich einfach daneben. Als Mann habe ich dort auch Zutritt und werde vorher ordentlich viel Bier trinken. Schwamm drüber.
Mann, das ist lustig! (...) frauen ohne humor, geht gar nicht, ach ja und männer, die meinen, einen auf frauenversteher machen zu wollen geht auch gar nicht. es ist nur ein pinkelbecken! ein bisschen deftig darf auch frau mal sein!
Was haben Frauen auf dem Pissoir zu suchen? Wenn die Jungs damit beim Pinkeln Späßkes haben, ist es doch o.k. Das tut doch keinem weh.
Ich finde dieses Becken männerfeindlich, denn es legt den Schluss nahe, dass Männer Frauen in der Mund pinkeln!
Vielleicht sollte sich die Designerin auch Gedanken über das Design eines Bidets machen und dort anstelle des "Wasserhahns" einen Penis installieren. Mal sehen, wie viele Männer dann kommen und für ihre Gleichberechtigung kämpfen.
Wem diese Pinkelbecken nicht gefallen, kann sich vom Museum ja fernhalten. Außerdem dürfte die Nutzung durch weibliche Besucher etwas schwierig sein.
Dabei sollen die Becken lediglich an das Logo der Rockband erinnern, verteidigt Museums-Gründer Ulli Schröder seine Urinale. Ein weit aufgerissener Mund mit roten Lippen und weit rausgestreckter Zunge. Gut, die Zunge fehlt halt, aber trotzdem: "Es geht hier weder um einen Männermund noch um einen Frauenmund. Es geht hier um Kunst, und wir geben dieses Kunstwerk frei zur Benutzung." Frauenrechtlerin Roda Armbruster lässt das so nicht gelten: "Wenn man sich am Emblem der Stones mit der Zunge orientiert hätte, wäre es noch akzeptabel. Dann würde auf Mick Jaggers Zunge gepinkelt. Aber nicht jeder Mund gehört zu Mick Jagger. Wenn man so einen roten Mund zeigt, dann ist das ein Frauenmund und kein Männermund." Und wie gesagt, die Zunge fehlt ja nun. Also: Abmontieren!
Blitzlichtgewitter auf dem Herrenklo: Selten erhält ein Urinal so viel mediale Aufmerksamkeit.
Entworfen wurde das Pissoir übrigens von einer Frau, der niederländischen Künstlerin Meike van Schijndel. Sie selber nennt es "Kisses - the sexy urinal". Beworben wird es mit dem Spruch: "Dies ist ein Ziel, das Männer niemals verfehlen werden." Das Modell verkauft sich weltweit gut - doch auch anderswo gab es schon Streit darum. 2004 wurden die "sexy urinals" nach Protesten auf dem New Yorker Flughafen wieder abgebaut. Und in Mönchengladbach dürfen die Kussmund-Pissoirs jetzt nur noch als Kunstwerk besichtigt und nicht mehr benutzt werden. Für Ulrich Schröder kommt das nicht infrage: "Sie bleiben hier dran, und damit basta." Und so ganz schlecht ist der Wirbel, den die Pissoirs ausgelöst haben, ja auch nicht: "Wir können es kurz und knapp sagen: Es ist natürlich Werbung für unser Museum."