Nur Inlandsflug? Storch zurück in Artlenburg
In Artlenburg ist der erste Storch des Jahres gesichtet worden. (04.02.2013) mehr
In Hitzacker ist die Hoffnung gelb. Denn die Störche warten jeden Tag auf ein kleines, knallgelbes Auto. Sie wissen: Hier gibt es Futter. Am Steuer des Wagens sitzt "Storchen-Heinzi", der eigentlich Heinz Wiegrefe heißt. Er sorgt für Meister Adebar und dessen Begleiterin. Mitten durch die verschneite Landschaft düst Wiegrefe in seinem gelben Auto. Er hupt nur - und schon kommen seine treuen Fans angeflogen. Storch "Katemino" und seine Geliebte "Chantal".
Es ist ein Spektakel, das sich auch einige Radfahrer und Hobbyfotografen nicht entgehen lassen wollen. Und tatsächlich: Sobald "Storchen-Heinzi" aussteigt und die Fischdose öffnet, schreiten die beiden Weißstörche zutraulich näher. Das ist auch bequem, denn Mäuse und Regenwürmer findet das Storchenpaar über der dicken Schneedecke gerade keine.
"Wenn das seine Gattin wüsste", sagt Wiegrefe lachend. Denn die Begleiterin des Storches von Hitzacker ist gar nicht seine Ehefrau. Die weilt offenbar noch in Afrika. Wenn sie in ein paar Wochen zurückkehrt, fliegt "Chantal" wohl wieder über die Elbe nach Lübtheen zurück. Dort ist ihr eigentliches Zuhause. Klaus Lehmann, Fachmann für Störche in der Region, verspricht: "Wenn das Ehepaar wieder vereint ist, planen wir einen Abend mit afrikanisch-spanischer Musik."
Genau 16 Jahre lang hat es keine Störche in Hitzacker gegeben. Doch seit die Hochwasserschutzwand fertiggebaut ist, gibt es offenbar bessere Sicht- und Lebensbedingungen für die Störche. So konnte sich Storch "Katemino" den Horst in Hitzacker als neues Domizil sichern. Seit 1996 kümmert sich "Storchen-Heinzi" um die großen Vögel.