Auf dem Funckenhof
Andrea Funcke träumt davon, von dem zu leben, was sie selbst anbaut.
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Andrea Funcke hält 80 Schafe, verarbeitet ihre Wolle, Felle und ihr Fleisch.
Von Termin zu Termin hetzen, dem Geld hinterherlaufen und von anderen abhängig sein - genau so wollte Andrea Funcke nicht mehr leben, als sie entschied, sich zukünftig selbst mit Lebensmitteln zu versorgen. Sie pachtete einen Hof in Bleckede (Landkreis Lüneburg), schaffte sich nach und nach über hundert Tiere an und versucht seitdem, nur mit dem zu leben, was sie selbst anbauen und herstellen kann: "Ich überlege mir, was meine Bedürfnisse sind und wie ich sie stille. Und dann suche ich mir den direktesten Weg dafür, was bedeutet, dass ich versuche, es selbst zu produzieren."
Satt und zufrieden sein durch Subsistenzwirtschaft - das ist das Ziel von Landwirtin Andrea Funcke. Dafür baut sie auf ihrem Hof in Bleckede an, was sie zum Leben braucht.
Nun hat sie jeden Tag voll zu tun, beginnt ihre Arbeit im Sommer spätestens um 6 Uhr in der Früh und kann sich erst etwas Ruhe gönnen, wenn es dunkel wird. Andrea Funcke muss die Tiere versorgen, Heu machen, Obst und Gemüse ernten und einkochen, filzt Hüte und spinnt Wolle. Und auch das Geld ist immer noch wichtig für die Landwirtin: "Ich muss die Pacht für den Hof und Steuern bezahlen. Und auch der Strom kostet. Den kann ich leider noch nicht selbst generieren."
Auf ihrem Hof in Bleckede isst Andrea Funcke fast ausschließlich Lebensmittel aus eigenem Anbau.
Hätte Andrea Funcke diese Ausgaben nicht, könnte sie sich vollständig selbst versorgen und genug für ihren Eigenbedarf produzieren. Um aber noch etwas Geld zu verdienen, gibt sie Kurse über Subsistenzwirtschaft für Schulklassen und andere Interessierte und organisiert Ausflüge. So bleibt nicht ausreichend Zeit, alle Lebensmittel herzustellen, die Andrea Funcke für sich selbst benötigt. Brot und Käse ist sie gezwungen zu kaufen.
Mit selbst angebauten Produkten sei kein Geld zu verdienen, sagt sie: "Ein Hühnerei aus artgerechter Haltung, so wie ich sie betreibe, müsste mindestens einen Euro kosten. Die Leute wollen zwar Bio kaufen, aber sie wollen dafür nur Aldi-Preise bezahlen." Damit Andrea Funcke überhaupt etwas von ihren angebauten Lebensmitteln verkaufen kann, muss sie ihre Preise subventionieren und erhält am Ende nicht einmal die Produktionskosten durch den Verkauf.
Mit ihrem Spinnrad spinnt Andrea Funcke Wolle, um Pullover, Westen und Hosen zu nähen.
Trotz aller Schwierigkeiten ist sich die Landwirtin sicher, dass es immer wichtiger werde zu wissen, wie man allein überleben kann: "Die meisten Menschen sind abhängig von der Versorgung durch den Supermarkt. Und wenn der Strom ausfällt, sind alle aufgeschmissen. Es ist wichtig, dass das Wissen, sich selbstständig zu ernähren, nicht verloren geht."
Die Subsistenzwirtschaft ist ein ökonomisches Prinzip und eine Art der Selbstversorgung. Sie ist eine Bedarfswirtschaft, was bedeutet, dass die Produktion von Nahrungsmitteln vor allem der Reproduktion der einzelnen Haushalte dient und nicht das Erwirtschaften von Profiten als Ziel hat. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass Überschüsse auf Märkten verkauft werden und mit den Einnahmen notwendige Investitionen vorgenommen werden.
mutig!
Für ein solches selbstbbestimmtes Leben gehört viel Mut und Durchhaltevermögen - und natürlich viel Wissen über Schafe und die weitere Tierwelt, die sich auf ihrem Hof tummeln. Ich wünsche ihr viel... [mehr]