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Rundlinge wollen Weltkulturerbe werden

von Lars Gröning

Schild mit der Aufschrift "Bussau" und weiteren Fakten steht vor einem Haus © NDR Fotograf: Vivian Münzel Detailansicht des Bildes Im 14. Jahrhundert ist das Rundlingsdorf Bussau erstmals urkundlich genannt worden. Weltkulturerbe - das ist ein klangvoller Titel. Und in unserer Region gibt es gleich mehrere Bewerber dafür. Das alte Land gehört dazu sowie die Stadt Lüneburg. Und ein kleiner Teil des Wendlandes ist ebenso bestrebt eines zu werden. Denn dort wollen 14 Rundlingsdörfer von der UNESCO gemeinsam als Weltkulturerbe anerkannt werden. Bis dahin ist es allerdings ein sehr weiter Weg.

Ein jahrelanges Verfahren

Bussau, Göttien, Jabel oder Schreyahn - das sind nur vier der ausgewählten Dörfer, die gemeinsam um den Titel Weltkulturerbe kämpfen wollen. Ob sie ihn bekommen, das wird sich erst 2020 in Paris entscheiden. Bis dahin müssen die Rundlinge in der Samtgemeinde Lüchow die Juroren des Landes, dann des Bundes und schließlich auf internationaler Ebene überzeugen. Es ist eine jahrelange Prozedur. Doch für Lüchows Samtgemeidebürgermeister Hubert Schwedland (parteilos) lohnt der Aufwand.

Es gibt noch im Bereich Salzwedel, in der Altmark und auch im Bereich zwischen Braunschweig und Gifhorn noch vereinzelt Rundlinge. "Aber in dieser konzentrierten und gut erhaltenen Form gibt es sie nur bei uns", so Schwedland. In der Samtgemeinde sind rund 100 solcher Dörfer erhalten geblieben.

Die Rundlinge entstanden im Mittelalter

Die ältesten der Wendländer Rundlinge sind mehr als 200 Jahre alt. Die Besonderheit dieser kleinen engen Dorfformen: Die Hausgiebel der Bauernhäuser zeigen allesamt zu einem kleinen runden Platz in der Mitte des Ortes. Eine historische Siedlungsform, die im Mittelalter entstand und nahezu einzigartig ist auf der Welt. Mit dem Titel Weltkulturerbe sollen künftig noch mehr Touristen ins Wendland gelockt werden.

Radfahrer im Rundlingsdorf Satemin © NDR Eines der ausgewählten Rundlingsdörfer ist Lübeln. (Archivbild) Neben der Hoffnung auf Fördergelder des Bundes, gibt es für den Samtgemeindebürgermeister auch noch weitere Gründe für die Bewerbung. Dazu gehört, "die Menschen dazu zu bewegen, hierher zu ziehen". Damit sie vielleicht einmal sagen können, "wir sehen nicht nur ein Weltkulturerbe, sondern wir leben in einem Weltkulturerbe". Liebhaber haben gute Chancen auf ein neues Heim in einem Rundling. Zurzeit stehen in einzelnen Dörfern viele Hofstellen leer und sollen verkauft werden. Der mögliche neue Titel würde für die Bewohner keine großen Auswirkungen wie höhere Instandhaltungskosten haben, da die meisten Häuser schon unter Denkmalschutz stehen.

Die Bewerbung könnte erfolgreich sein

Die Chancen, im Rennen um den Weltkulturerbe-Titel in die nächste Runde zu kommen, stehen für die Rundlingsdörfer nicht schlecht. Denn Vorschläge aus dem ländlichen Raum gibt es in der Regel nicht viele. Schwedland hofft, dass die eine wichtige Frage sich in dem langen Bewerbungsverfahren nicht klärt: Warum ist man eigentlich auf die Idee gekommen runde Dörfer zu bauen? "Denn solange es darauf keine Antwort gibt, bleiben die Rundlingsdörfer für Forschungsarbeiten weiter interessant." Bislang gibt es zu der Bauweise nur Vermutungen, möglicherweise befand sich in der Mitte eine Kuhweide, oder die runde Form war eine Art Schutz vor Räubern - immerhin entstanden die Dörfer im Mittelalter.

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Blick auf die Elbe bei Hitzacker. © www.musiktage-hitzacker.de
 

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