Von Wietze bis Alt Tellin: Die umstrittensten Anlagen
Investoren setzen weiterhin auf Massentierhaltung. Vor allem in Niedersachsen sind mehrere große Hähnchenmastanlagen geplant. Die Proteste nehmen zu - und drohen zu eskalieren. mehr
Die Gegner der Anlage richten sich auf dem Baugelände ein.
Sie haben Zelte aufgestellt, Tische und Stühle mitgebracht und zimmern sich kleine Hütten zusammen. Etwa 20 Menschen haben am Dienstag das Baugelände für eine geplante Hähnchenmastanlage in Schnega besetzt. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat die Genehmigung für den Riesenstall bereits erteilt. Dabei seien die Bedenken der Menschen vor Ort nicht ausreichend berücksichtigt worden, klagt die Bürgerinitiative mit dem bezeichnenden Namen "Ich wollt', ich wär' kein Huhn". Die Aktivisten befürchten, dass über die neue Mastanlage Keime und damit Krankheiten verbreitet werden.
Die Besetzer fürchten um die Gesundheit von Mensch und Tier.
Im Laufe der nächsten Tage erwarten die Besetzer noch weitere Unterstützer. Bislang ist die Polizei noch nicht eingeschritten. Eine Anzeige liege bislang auch nicht vor.
In dem geplanten Stall wollen mehrere landwirtschaftliche Betriebe aus der Region demnächst 39.900 Hähnchen mästen. Beim Immissionsschutz hatten die Investoren erheblich nachbessern müssen. Deshalb verzögerte sich die bereits im Oktober 2009 beantragte Genehmigung. Erst Ende Mai dieses Jahres, als auch die Auflagen für Belüftung und Brandschutz erfüllt waren, gab der Landkreis grünes Licht.