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Leuphana: Betrugsvorwürfe holen Wanka ein

Johanna Wanka (CDU) © NDR Fotograf: Carsten Valk Detailansicht des Bildes Laut "Spiegel" hatte Wankas Ministerium den umstrittenen Beratervertrag mit Libeskind für unbedenklich erklärt. (Archiv) Die Korruptionsvorwürfe rund um den Neubau der Leuphana-Universität in Lüneburg scheinen nun auch Johanna Wanka (CDU) einzuholen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Aus einem vertraulichen Schreiben an den Haushaltsausschuss vom 4. August 2010 gehe hervor, dass das niedersächsische Wissenschaftsministerium den umstrittenen Beratervertrag mit dem US-Architekten Daniel Libeskind unbedenklich fand, berichtet das Magazin. Das Wissenschaftsministerium hat die Rechtsaufsicht über die Hochschule. Zuständige Ministerin war zu ebendieser Zeit die heutige Bundesforschungsministerin Wanka.

Leuphana-Uni im Fokus der EU

Hallo Niedersachsen - 30.05.2013 19:30 Uhr

Die Korruptionsfahnder der EU sind überzeugt, dass die Leuphana beim Einfordern von Fördergeld getäuscht hat. Das Thema beschäftigt auch die Landesregierung.

Auftragsvergabe ohne Ausschreibung

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung OLAF nach eingehender Prüfung kritisiert hatte, dass der Auftrag zum Neubau des Hauptgebäudes der Uni ohne Ausschreibung an den amerikanischen Star-Architekten vergeben worden war. Damit sei das Vergaberecht der EU verletzt worden. 2012 verlängerte die Universität mit Libeskind einen Beratervertrag in Höhe von 238.000 Euro für den Neubau, obwohl er dort als Professor bereits 90.000 Euro pro Jahr verdiente. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beratungsleistung durch das Professorenhonorar abgegolten war.

Leuphana Universität weist Vorwürfe zurück

Ein Modell des geplanten Libeskind-Neubaus der Leuphana-Universität in Lüneburg. © Leuphana dpa/lni Detailansicht des Bildes Der Libeskind-Neubau der Leuphana-Universität wird voraussichtlich 7,7 Millionen Euro teurer als geplant. (Archiv) Die Leuphana Universität äußerte sich am vergangene Freitag in einem Schreiben zu den Vorwürfen. Darin heißt es: "Der hauptberufliche Vizepräsident der Universität hat einen Strafverteidiger beauftragt, dem seitens der zuständigen Staatsanwaltschaft am 31. Mai 2013 um 13 Uhr mitgeteilt wurde, dass dort weder ein Untersuchungsbericht der OLAF noch Ermittlungen oder auch nur Voruntersuchungen im Zusammenhang mit der Leuphana Universität geführt werden."

Der Neubau sollte eigentlich 2014 fertig werden und rund 60 Millionen Euro kosten. Die Kosten werden jedoch vermutlich um 7,7 Millionen Euro steigen. Ob sich der Zeitplan halten lässt, ist unklar. Sollte die EU-Behörde drastische Verstöße gegen geltendes Recht bei der Vergabe der Aufträge feststellen, so wären EU-Zuschüsse von mindestens neun Millionen Euro für das Projekt in Gefahr.

Stiftungsrat tagt am Freitag

Der Stiftungsrat der Universität Lüneburg wird sich am 7. Juni mit dem aktuell angekündigten Mehrbedarf befassen. "Wir gehen davon aus, dass die Universität im Anschluss entsprechende Unterlagen vorlegen wird", heißt es von Seiten des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

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Weitere Informationen
Libeskind-Bau Leuphana Universität Modell. © NDR Fotograf: Ann-Kristin Mennen
 
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