Neues Leuphana-Gebäude steht im Zwielicht
Das Uni-Zentralgebäude wird teurer als geplant und die Zuschüsse wackeln. (31.05.2013) mehr
Laut "Spiegel" hatte Wankas Ministerium den umstrittenen Beratervertrag mit Libeskind für unbedenklich erklärt. (Archiv)
Die Korruptionsvorwürfe rund um den Neubau der Leuphana-Universität in Lüneburg scheinen nun auch Johanna Wanka (CDU) einzuholen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Aus einem vertraulichen Schreiben an den Haushaltsausschuss vom 4. August 2010 gehe hervor, dass das niedersächsische Wissenschaftsministerium den umstrittenen Beratervertrag mit dem US-Architekten Daniel Libeskind unbedenklich fand, berichtet das Magazin. Das Wissenschaftsministerium hat die Rechtsaufsicht über die Hochschule. Zuständige Ministerin war zu ebendieser Zeit die heutige Bundesforschungsministerin Wanka.
Die Korruptionsfahnder der EU sind überzeugt, dass die Leuphana beim Einfordern von Fördergeld getäuscht hat. Das Thema beschäftigt auch die Landesregierung.
In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung OLAF nach eingehender Prüfung kritisiert hatte, dass der Auftrag zum Neubau des Hauptgebäudes der Uni ohne Ausschreibung an den amerikanischen Star-Architekten vergeben worden war. Damit sei das Vergaberecht der EU verletzt worden. 2012 verlängerte die Universität mit Libeskind einen Beratervertrag in Höhe von 238.000 Euro für den Neubau, obwohl er dort als Professor bereits 90.000 Euro pro Jahr verdiente. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beratungsleistung durch das Professorenhonorar abgegolten war.
Der Libeskind-Neubau der Leuphana-Universität wird voraussichtlich 7,7 Millionen Euro teurer als geplant. (Archiv)
Die Leuphana Universität äußerte sich am vergangene Freitag in einem Schreiben zu den Vorwürfen. Darin heißt es: "Der hauptberufliche Vizepräsident der Universität hat einen Strafverteidiger beauftragt, dem seitens der zuständigen Staatsanwaltschaft am 31. Mai 2013 um 13 Uhr mitgeteilt wurde, dass dort weder ein Untersuchungsbericht der OLAF noch Ermittlungen oder auch nur Voruntersuchungen im Zusammenhang mit der Leuphana Universität geführt werden."
Der Neubau sollte eigentlich 2014 fertig werden und rund 60 Millionen Euro kosten. Die Kosten werden jedoch vermutlich um 7,7 Millionen Euro steigen. Ob sich der Zeitplan halten lässt, ist unklar. Sollte die EU-Behörde drastische Verstöße gegen geltendes Recht bei der Vergabe der Aufträge feststellen, so wären EU-Zuschüsse von mindestens neun Millionen Euro für das Projekt in Gefahr.
Der Stiftungsrat der Universität Lüneburg wird sich am 7. Juni mit dem aktuell angekündigten Mehrbedarf befassen. "Wir gehen davon aus, dass die Universität im Anschluss entsprechende Unterlagen vorlegen wird", heißt es von Seiten des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.
Zusammenhang?
Wo ist denn da der Zusammenhang? Artikel lesen, begreifen und erst dann kommentieren. OLAF ist eine EU-Einrichtung. Das hat nichts mit Wahlkampf zu tun. [mehr]
Betrugsvorwürfe
Und immer wieder die CDU die darin verwickelt ist. Was sind das für Menschen??? die in einer Christlichen Demokratischen Partei sind, aber sich nicht wie Christen verhalten, sondern wie ein... [mehr]
Schwarzer Sumpf
Eigentlich wundert es doch nicht mehr... ...falsche Doktorentitel, ein Ex-Ministerpräsident (McAllister), der sich sein Ruhegeld in Brüssel erschlafen will, ein Ex-Bundespräsident, der 200.000 €... [mehr]
Billiger Wahlkampf
Billiger Bundestagswahlkampf von rot Grün. Peinlich. [mehr]