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Neues Leuphana-Gebäude steht im Zwielicht

Ein Bauarbeiter ist auf der Baustelle für den Libeskind-Bau an der Leuphana Universität beschäftigt. © dpa-Bildfunk Fotograf: Philipp Schulze Detailansicht des Bildes Die Grundmauern des neuen Zentralgebäudes werden zurzeit errichtet. Es ist ein futuristischer Prestigebau, den die Leuphana-Universität in Lüneburg zurzeit hochzieht. Geplant hat das neue Uni-Zentralgebäude der amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind. Während gerade das Fundament gelegt wird, steht der Bau bereits im Zwielicht. EU-Prüfer bemängeln mehrere Verstöße bei der Auftragsvergabe für die Planung. Millionen-Subventionen von EU und Land wackeln. Außerdem reichen die geplanten 58 Millionen für den Bau nicht aus. Um 7,7 Millionen Euro soll das Zentralgebäude teurer werden. Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Klajic (Grüne) sagte, es sei Sache der Universität, für die zusätzlichen Kosten aufzukommen. Die Uni-Leitung hüllte sich auch am Freitag gegenüber NDR 1 Niedersachsen in Schweigen.

Leuphana-Uni im Fokus der EU

Hallo Niedersachsen - 30.05.2013 19:30 Uhr

Die Korruptionsfahnder der EU sind überzeugt, dass die Leuphana beim Einfordern von Fördergeld getäuscht hat. Das Thema beschäftigt auch die Landesregierung.

Stadt will nicht mehr Geld nicht aufstocken

Doch am Lüneburger Campus äußert sich zumindest der Studierendenausschuss AStA. Dessen Sprecher Keno Canzler fordert vor allem, dass das Geld für Lehre und Forschung nicht angetastet wird, um die Finanzierungslücke zu stopfen. Im Finanzierungsplan für die bislang gültigen Gesamtkosten von 58 Millionen Euro sind auch fünf Millionen Euro der Stadt Lüneburg enthalten. Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) kündigte an, dass es bei diesen fünf Millionen Euro bleiben werde. Die Stadt Lüneburg werde nicht mehr Geld investieren.

"Normale Baukosten-Steigerung"

Dass die Uni zusätzliches Geld benötigt, überrascht Mädge indes wenig. Schließlich seien die Planungen der Universität aus den Jahren 2009 und 2010. Zu dieser Zeit habe die Stadt selbst auch einige Projekte angeschoben. Deshalb wisse er, dass allein die Baukosten und Tarifsteigerungen bis jetzt ein Plus von zehn Prozent ausmachen. "Ein Projekt von rund 70 Millionen Euro würde mich also leider nicht überraschen, weil sich das auch bei unseren Baumaßnahmen so eingestellt hat", sagte Mädge. Die Uni selbst hatte immer beteuert, es werde keine Kostensteigerung geben.

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Ulrich Mädge (SPD) ist Oberbürgermeister von Lüneburg.
 
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"Wir haben klare Absprachen getroffen"

Der Leuphana Universität fehlt es an Geldern zur Fertigstellung ihres Zentralgebäudes. Laut Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) kann die Kommune hierfür nicht aufkommen.

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Triumvirat Keller, Libeskind, Rheinzink in der Kritik

Unabhängig von den Mehrkosten könnte die Uni bald noch vor viel größeren Problemen stehen, sollten EU und Land nach dem Bericht der Antikorruptionsbehörde OLAF die Förderungszusage zurückziehen. Vor allem kritisieren die EU-Ermittler das Zusammenwirken von Uni-Vizepräsident Holm Keller, Architekt Libeskind und der Firma Rheinzink, die für das Zentralgebäude die Zink-Fassade liefern soll. Die drei wirkten beim Zentralgebäude zusammen und wollten zudem gemeinsam Luxusvillen vermarkten. Den Plänen zufolge sollte Libeskind die Entwürfe zeichnen, Rheinzink den Zink liefern und Keller war Geschäftsführer der Firma proportion, die diese Villen vermarkten sollte.

Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft übergeben

Beim Bau des Zentralgebäudes haben laut Prüfbericht "alle eigene finanzielle Interessen" verfolgt. Auch der Landesrechnungshof hatte an dieser Stelle eingehakt. Ex-Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) hatte jedoch nichts zu beanstanden. Die EU-Kontrolleure schon. Sie wollen ihre Erkenntnisse der Verdener Staatsanwaltschaft übergeben, damit diese Hinweise auf mögliche Straftaten untersucht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 31.05.2013 | 17:00 Uhr

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Ein Arbeiter einer Baufirma unternimmt Messungen für den Libeskind-Bau an der Leuphana Universität. © dpa-Bildfunk Fotograf: Philipp Schulze
 
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