Versicherung kann Libeskind nicht stoppen
Der Antrag gegen die Baugenehmigung ist vor Gericht gescheitert. (08.09.2011) mehr
Auch die EU will nun die Korruptionsvorwürfe in Zusammenhang mit dem Leuphana-Neubau in Lüneburg prüfen. (Archivbild)
Die Leuphana Universität Lüneburg steht erneut in den Schlagzeilen - und wieder sind es keine guten. Der Landesrechnungshof hatte bereits vor einigen Wochen im Zusammenhang mit dem geplanten Zentralgebäude heftige Vorwürfe geäußert: unsicheres Finanzierungskonzept, Wettbewerbsverstöße, Verstöße gegen die Anti-Korruptions-Richtlinie. Jetzt interessiert zeigt sich auch die oberste EU-Behörde für Betrugsbekämpfung an Lüneburg und seiner Universität interessiert.
Das Europäische Amt für Betrugs-Bekämpfung, kurz "OLAF", wird der Leuphana Universität Lüneburg Ende des Monats einen Besuch abstatten. Ein Sprecher des Wissenschafts-Ministeriums bestätigte auf NDR Anfrage knapp: Man sei darüber informiert worden, dass es eine Prüfung geben wird. Nach NDR Informationen werden fünf OLAF-Mitarbeiter drei Tage Vorgänge rund um die Auftrags-Vergabe an ein Berliner Architektenbüro untersuchen.
Und auch die Vergabe der Fassadenverkleidung an die Firma "Rheinzink" wollen die OLAF-Prüfer unter die Lupe nehmen; die frühzeitige Festlegung auf Rheinzink hatte bereits der Landesrechnungshof als Unterlaufen des Wettbewerbs gewertet. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung mit Sitz in Brüssel hat unter anderem die Aufgabe, missbräuchliche Verwendung von EU-Subventionen aufzudecken. Für den Bau des Libeskind-Zentralgebäudes hat die Leuphana Universität 14 Millionen Euro EU-Geld und 21 Millionen Euro vom Land Niedersachsen eingeplant.