Landjugend tut Gutes - in 72 Stunden!
Bei der 72-Stunden-Aktion der Landjugend Niedersachsen sollten die Mitglieder etwas für ihr Dorf schaffen. In Schortens bauten die jungen Leute ein Riesen-Memory-Spiel. mehr
Für Tobias Meyer (r.) ist die Mitarbeit "Ehrensache".
Sie hämmern, schleifen und malern. Und das schon seit Freitagabend. Bis zu 50 junge Frauen und Männer werkeln im Jugendzentrum Soltau gleichzeitig. Der 25-jährige Tobias Meyer schlägt im Probenraum einer Band die Holzlatten weg: "Hier wird alles neu gedämmt. Die Nachbarn hatten sich über die laute Musik beschwert", sagt Tobias.
Tobias ist einer von etwa 2.000 jungen Menschen, die bei der 72-Stunden-Aktion der Landjugend mitmachen. Die Landjugend hat ihre Mitglieder dazu aufgerufen, etwas für ihre Dorfgemeinschaft zu tun. In Breddorf im Landkreis Rotenburg etwa wird der Dorfmittelpunkt neu gestaltet, am Sportplatz von Wieren im Kreis Uelzen entsteht eine Tribüne und in Soltau, da möbeln die junge Leute das städtische Jugendzentrum auf. Für Tobias ist das "Ehrensache". Soltau sei der zentrale Ort, wo sich junge Menschen treffen. "Wir machen das gerne, weil wir ja in ein paar Jahren sagen können, 'das haben wir geschafft, das haben wir gerne gemacht für Soltau'."
Ein Zimmereibetrieb am Ort hat Holzlatten, Rigipsplatten und Dämmung gestiftet. Andere Handwerker lieferten Farbe. Ein Bäcker und ein Pizzaservice versorgen die Helfer mit Essen, 200 Getränkeflaschen sind ein Geschenk eines Supermarkts. Viele der jungen Leute wurden von ihren Arbeitgebern freigestellt. Auch Thies Winkelmann, der als Vorsitzender der Soltauer Landjugend alles organisiert hat. Es gibt viel zu tun, sagte der 21-Jährige NDR 1 Niedersachsen. Eine Pergola mit Sonnensegel für die Terrasse soll angebracht werden, die Beete neu bepflanzt, das Treppenhaus soll die Farbe wechseln. Die Stadt kostet das nichts, obwohl Profis am Werk seien, so Winkelmann. "Jeder ist Spezialist auf seinem Gebiet. Und das ist super, weil wir keine fremden Leute brauchen, sondern alle selber schaffen können."
Auch die Jugendpflegerin von Soltau, Marion Kreutzer, ist von der 72-Stunden-Aktion begeistert: "Es war dringend nötig, hier am Jugendzentrum was zu machen. Und dies ist eine gute Gelegenheit, es neu aufzubauen." Am Sonntag um 18 Uhr fällt der Hammer. Denn dann soll das neu gestaltete Jugendzentrum mit einem Fest eingeweiht werden.
Seit 1995 veranstaltet die Niedersächsische Landjugend alle vier Jahre eine "72-Stunden-Aktion". Dabei stellen sich im ganzen Land 75 Ortsgruppen der Herausforderung.