Das war knapp: Der Notdeich in Neu Darchau hat den Kampf gegen die Wassermassen anscheinend gewonnen. Die Flut zieht sich langsam zurück.
Am Fähranleger lässt sich beobachten, wie der Wasserstand langsam sinkt.
Der Damm hat die Anwohner vor Schlimmerem bewahrt. Auch hier geht das Wasser nun stetig zurück.
Ohne das Bollwerk hätten einige Anwohner rund 20 Zentimeter Wasser im Wohnzimmer gehabt.
Die Pumpen des THW am Kateminer Mühlenbach haben noch weiterhin viel zu tun.
Bei diesem Landhandel in Bleckede kann erst einmal noch nicht wieder gearbeitet werden.
Bei manchem Anwohner läuft das hochgedrückte Grundwasser direkt hinterm Deich aus den Garten.
Hier, ebenfalls in Bleckede, hat ein privater Notdeich der Flut nicht standgehalten.
Die Elbe hat ein Betriebsgelände samt Wohnhaus unter Wasser gesetzt.
Für sie geht es wieder Richtung Heimat: Hunderte Helfer aus anderen Bundesländern werden an der Elbe in Niedersachsen nicht mehr gebraucht.
Allmählich machen sich Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Rotes Kreuz deshalb in Fahrzeugkolonnen auf den Weg.
Der Elb-Pegel sinkt langsam, aber kontinuierlich.
In Hitzacker steht das Wasser noch bis zur Spundwand.
Noch ein paar Zentimeter weniger - und die Altstadtinsel wird wieder komplett freigegeben. Zurzeit lässt die Polizei nur Einwohner durch.
Die Hitzackeraner dürfte das freuen. Eisdielen-Besitzer Fabricio Constantin etwa hat in den vergangenen Woche rund 1.000 Euro Verlust pro Tag gemacht. Er hofft jetzt auf einen guten Sommer.
Im Hotel Hafen Hitzacker wartet Restaurantleiter Ronald Jatzkowski ebenfalls auf Gäste. Das Hotel hatte wegen der fast einwöchigen Evakuierung alle Buchungen absagen müssen.
Bei Geschäftsfrau Elfriede Ritz steht vor der Rückkehr der Touristen noch reichlich Arbeit an. Sie holt ihre Ware vom Dachboden, um ihren Laden auf der Stadtinsel wieder einzuräumen.
Auch Postbote Michael Heyn hat alle Hände voll zu tun. In den vergangenen Tagen war viel Post aus Hitzacker in Dannenberg liegen geblieben.
Alles zurück: Die Sandsäcke, die die Hitzackeraner vor der Evakuierung vor ihren Häusern gestapelt haben, müssen jetzt wieder weggeräumt werden.
Barbara und Hartmut Bublitz entfernen Betonreste von ihrem Haus. Sie hatten die Kellerfenster vor der Evakuierung zugemauert.
Anwohner Christoph Wieczoriek will erst in der kommenden Woche zurückräumen, er hofft auf die Hilfe von Freunden.
Seit Freitag dürfen neben Hilfskräften auch die Bewohner wieder auf die Altstadtinsel von Hitzacker.
Der Ansturm blieb nach Angaben eines Sprechers aber aus. Die Hitzackeraner kehren nach und nach zurück in ihre Stadt.
Auch Hilde Johannsmann ist nach Tagen im Exil wieder in ihrer Heimatstadt angekommen.
Unterdessen beobachten die Helfer vor Ort weiter sorgsam das Hochwasser. Der hohe Druck auf die Deiche und starke Regenfälle in der Nacht zu Freitag haben sie weiter aufweichen lassen.
Nach wie vor sind rund um die Uhr Deichläufer - oder Deichradler - unterwegs, um Schwachstellen schnell erkennen zu können.
In Neu Darchau etwa musste ein Notdeich gebaut werden, um die Gemeinde zu sichern.
Mit vereinten Kräften errichteten Helfer von Technischen Hilfswerk, Feuerwehr und Bundeswehr den zusätzlichen Wall aus Sandsäcken.
Damit die Deiche und Schutzwände nicht zusätzlich beschädigt werden, sammelten Helfer täglich Treibgut auf der Elbe ein.
Im Landkreis Lüneburg sind so mehr als 600 Kubikmeter Treibgut zusammengekommen.
In Bleckede bauen die Helfer derweil erste Deichanlagen zurück.
Es gibt nicht nur Horrorgeschichten aus dem Hochwassergebiet. Dieser Rehbock etwa wurde von Feuerwehrleuten bei Neu Bleckede aus der Elbe gefischt ...
... und anschließend "nass, aber wohlauf" in die Freiheit entlassen, schreibt die Feuerwehr in einer Mitteilung.