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Bahn bedauert Unglück von Eschede zutiefst

Trauernde stehen an der Mauer zum Gedenken an die Opfer des Zugunglücks in Eschede. © dpa-Bildfunk Fotograf: Holger Hollemann Detailansicht des Bildes Auf den Granitstelen sind die Namen der 101 Toten verewigt. Mehrere Minuten lang hat Bahnchef Rüdiger Grube fast regungslos vor der Gedenkstätte in Eschede gestanden. 101 Menschen waren vor 15 Jahren, am 3. Juni 1998, bei der größten Zugkatastrophe in der Geschichte der Deutschen Bahn gestorben, als der ICE 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" aufgrund eines Radschadens entgleiste und bei Tempo 200 gegen eine Brücke raste. Ihre Namen sind auf Granitstelen verewigt. Hier legte Grube einen Kranz mit weißen Rosen nieder. In seiner anschließenden Rede entschuldigte sich der Bahnchef bei den Angehörigen und Überlebenden für die Katastrophe. "Wir bedauern die Geschehnisse von einst zutiefst", sagte Grube. Man könne den Unfall nicht ungeschehen machen, aber die Bahn wolle sich für das entstandene menschliche Leid entschuldigen - und das aus tiefstem Herzen. "Wir möchten Sie bitten, die Entschuldigung anzunehmen", sagte Grube.  

Eschede: Entschuldigung ja, Versöhnung nein

Hallo Niedersachsen - 03.06.2013 19:30 Uhr

Zum 15. Jahrestag der ICE-Katastrophe von Eschede hat sich die Deutsche Bahn erstmals bei Opfern und Hinterbliebenen entschuldigt. Auf einer Gedenkfeier wurde der Toten gedacht.

15 Jahre warteten Hinterbliebene auf Entschuldigung

Grube ist der erste Bahnchef, der zu dem Jahrestag eingeladen wurde. Bis zum heutigen Tag hatte sich kein Verantwortlicher der Deutschen Bahn bei den Hinterbliebenen und Überlebenden des Zugunglücks entschuldigt. Lediglich schriftlich hatte die Bahn ihr Beileid ausgesprochen und mehr als 30 Millionen Euro Entschädigung für medizinische Behandlung, Unterhalt und Ausbildung gezahlt. Grubes Entschuldigung war nun für die Angehörigen eine späte Wiedergutmachung. "Auf dieses Zeichen der Menschlichkeit haben wir lange gewartet", sagte Heinrich Löwen, Sprecher der "Selbsthilfe Eschede". Grube und die Deutsche Bahn sollen das Unglück als ständige Mahnung betrachten, dass die Sicherheit im Bahnverkehr Vorrang vor allen anderen Belangen haben müsse. Löwen verlor bei dem Unglück seine Frau und seine Tochter.

Verfahren gegen drei Angeklagte eingestellt

Die Bahn hatte eine Entschuldigung bislang aus juristischen Gründen vermieden. Zwei leitende Bahnmitarbeiter und ein Ingenieur des Radreifenherstellers mussten sich wegen fahrlässiger Tötung von 101 Menschen und Körperverletzung von 105 Menschen vor Gericht verantworten. Ihnen wurde zur Last gelegt, die Räder des Unglückszuges nicht ausreichend untersucht zu haben. Das Verfahren war 2002 gegen Zahlung von jeweils 10.000 Euro eingestellt worden. Löwen wirft der Justiz klägliches Versagen vor. "Die Einstellung des Verfahrens war das bitterste Kapitel nach dem Unfall selbst." Er begrüßte aber die inzwischen größere Offenheit für die Anliegen der Hinterbliebenen. Mit seiner Geste habe Grube Verantwortung übernommen.

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Heinrich Löwen während seiner Rede auf der Gedenveranstaltung für die Opfer der Zugkatastrophe. © NDR
 
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"Sehen Sie den Unfall als ständige Mahnung"

NDR Fernsehen

Heinrich Löwen von der Selbsthilfe Eschede spricht zum Gedenken der 101 Opfer des ICE-Zugunglücks. Erstmals entschuldigte sich die Bahn bei den Hinterbliebenen.

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"Neue Gedenkstätte ein guter Ort zur Verarbeitung"

Zur Verarbeitung des tragischen Unglücks werde auch die neugestaltete Gedenkstätte beitragen, sagte Löwen. Diese sei ein würdiger Ort, um an die 101 Toten zu erinnern. Die vom Verfall bedrohte Wand mit den Namen der Getöteten war auf Kosten der Bahn gegen beständige Granitstelen ausgetauscht worden. "Das neue Material, echter Granit, erkennt an, dass die Narben, die das Unglück verursacht hat, auch nicht verschwinden werden", sagte Grube in seiner Rede. Eine Hainbuchenhecke soll künftig außerdem als Sichtschutz zu den benachbarten Gleisen dienen. Während der Gedenkfeier drosselten die vorbeifahrenden Züge ihr Tempo auf 30 Stundenkilometer, um die Angehörigen, Überlebenden, Helfer und Anwohner nicht bei der Gedenkfeier zu stören.

Weitere Informationen
Der Vorstandsvorsitzende der Bahn AG, Rüdiger Grube, trägt ein Blumengesteck. © dpa-Bildfunk Fotograf: Holger Hollemann
 

Bahnchef Grube: "Wir haben Fehler gemacht"

15 Jahre mussten Angehörige und Überlebende des Zugunglücks von Eschede auf eine Entschuldigung der Bahn warten. Bahnchef Grube hat sie nun ausgesprochen. Auszüge seiner Rede. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.06.2013 | 14:00 Uhr

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Heinrich Loewen von der Eschede Selbsthilfe steht vor der Gedenktafel, die für die Opfer der Zugkatastrophe errichtet wurde. © NDR
 
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"Es ist ein Schritt nach vorne gemacht worden"

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Heinrich Löwen von der Eschede Selbsthilfe begrüßte die späte Geste.

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Kommentar
Der Vorstandsvorsitzende der Bahn AG, Rüdiger Grube, trägt ein Blumengesteck. © dpa-Bildfunk Fotograf: Holger Hollemann
 

Absolute Sicherheit wird es nie geben

03.06.2013 | 18:30 Uhr
NDR Info

Ein Kommentar von Holger Senzel zur Entschuldigung der Deutschen Bahn für das ICE-Unglück in Eschede. mehr

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Bahnchef Rüdiger Grube spricht bei der Gedenkfeier für die Eschede-Opfer © NDR
 
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"Erinnerung der Angehörigen verblasst nie"

Die Rede von Bahnchef Grube bei der Gedenkfeier von Eschede.

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Beschlagnahmte Radachsen und Drehgestelle von ICE-Waggons des Unglückszuges von Eschede werden in einer Halle einer Kaserne in Celle auf einen Tieflader gehoben © dpa Fotograf: Holger Hollemann
 
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Das Zugunglück forderte 101 Menschenleben und ist das folgenschwerste Bahnunglück in der Geschichte der Bundesrepublik.

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Hintergrund
Helfer holen Gepäck aus einem zerstörten ICE-Waggon, der in Eschede verunglückte © dpa Fotograf: Holger Hollemann
 

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3. Juni 1998: Zugunglück bei Eschede © Picture-Alliance / dpa
 

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