Pannen bei Fahndung nach "Maskenmann"
Im Fall des mutmaßlichen Kindermörders Martin N. hat der NDR Fahndungsfehler aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft nimmt diese jedoch gelassen zur Kenntnis. mehr
Trotz intensiver Bemühungen gelang es den Ermittlern bisher nicht, an die Daten im Computer von Martin N. zu gelangen.
Wenn heute vor dem Landgericht Stade der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder und Kinderschänder Martin N. beginnt, wird die Sonderkommission "Dennis" ihre Akten noch lange nicht schließen. Die Fahnder gehen davon aus, dass der Angeklagte außer den bislang gestandenen Morden an drei Jungen noch weitere Kinder getötet hat. Hinweise könnte der beschlagnahmte Computer des 40-Jährigen liefern. Doch die Ermittler können ihn einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge nicht auswerten - Martin N. will ihnen sein Passwort nicht mitteilen.
Die Polizei hatte den Rechner bei der Wohnungsdurchsuchung des mutmaßlichen Täters im April 2011 sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft Stade hält es für möglich, dass sich beim Auswerten der Festplatte "weitere Ermittlungsansätze" ergeben. Doch bisher gelang es den Spezialisten des Landeskriminalamtes Niedersachsen nicht, das Passwort zu knacken. Martin N. verweigerte indes die Herausgabe des Codes. Er mache sich "Sorgen um die Menschen", mit denen er in Kontakt stand, und wolle keinen "in Befragungen hineinziehen", zitiert die Zeitung aus Verhören des mutmaßlichen Mörders und Kinderschänders.
Bereits im Jahr 2006 hatten die Ermitller der Sonderkommission "Dennis" bei einer Hausdurchsuchung einen Computer bei Martin N. sichergestellt. Tausende kinderpornografische Bilder waren darauf gespeichert. Auch Fotos von den Kindern, die Martin N. gequält hatte, befanden sich auf der Festplatte. Mit seinem neuen Computer ging Martin N. sorgsamer um - und sicherte ihn mit einem Passwort.