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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

Verkehrsmeldungen für Niedersachsen

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Staatsanwaltschaft ermittelt bei Kraft Foods

Nach dem Unglück werden Fragen gestellt. Polizei und Staatsanwaltschaft Verden ermitteln nach dem Chemieunfall bei Kraft Foods in Bad Fallingbostel wegen einer schweren Gefährdung durch Freisetzung von gefährlichen Stoffen. Es gibt bislang nur einen Anfangsverdacht, weitere Einzelheiten wollte Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft, nicht nennen. Der Heidekreis prüft derweil die Haftungspflicht des Verursachers Kraft Foods. "Wir werden alles daran setzen, herauszufinden, was passiert ist", versicherte eine Sprecherin von Kraft Foods. Einige Bürger bemängelten, zu wenig Informationen zur Lage erhalten zu haben. "Es ist definitiv nicht alles glatt gelaufen", sagte Landrat Manfred Ostermann (parteilos) NDR 1 Niedersachsen. Deshalb solle es in den kommenden Tagen noch eine Nachbesprechung mit Vertretern von Feuerwehr und Polizei geben.

Die Rückkehr zur Normalität

Bad Fallingbostel kehrt nach dem Chemieunfall beim Lebensmittel-Hersteller Kraft Foods Schritt für Schritt zur Normalität zurück. Auf den Straßen erinnert schon beinahe nichts mehr an den Katastrophenalarm von Montag und Dienstag, die Sperren sind bereits abgebaut. Aus der Heidmark-Halle haben die Helfer die unzähligen Liegen, die als Notbetten dienten, herausgetragen. Die Aufräumarbeiten der Feuerwehr sind auch abgeschlossen. Auch die Produktion bei Kraft Foods ist mittlerweile wieder angelaufen. Zudem hat die Aufsichtsbehörde die seither in den Handel gekommenen Lebensmittel für unbedenklich erklärt. "Die Ware wird von uns ausführlich geprüft, bevor sie zum Verkauf freigegeben wird", sagte ein Sprecher des Heidekreises am Mittwoch.

14.000 Liter Natronlauge und 10.000 Liter Salpetersäure

Bei Reinigungsarbeiten hatten Mitarbeiter von Kraft Foods am Montag offenbar den Unfall verursacht. Sie hatten in einen Reinigungstank mit 14.000 Litern Natronlauge zusätzlich 10.000 Liter Salpetersäure gekippt. Um die beiden Stoffe zu trennen, wurde am Abend mit dem Abpumpen begonnen - dabei entstand eine giftige Wolke. Die Natronlauge und Salpetersäure werden nach Angaben einer Unternehmenssprecherin zum Reinigen der Produktionslinien verwendet. Die Produktion im Werk stoppte, es wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Mit Lautsprecherdurchsagen, Meldungen im Radio und im Internet wurde die Bevölkerung alarmiert. Das gesamte Werksgelände sowie die Umgebung wurden evakuiert. Rund 250 Kraft-Mitarbeiter und 800 Bewohner eines Wohngebiets wurden mit Bussen in die Heidmark-Halle in Bad Fallingbostel gebracht.

Zweite Gaswolke befürchtet

Die Gaswolke sei beim Einatmen und bei Hautkontakt gesundheitsgefährdend, teilte die Feuerwehr mit. Später erweiterten Polizei und Feuerwehr dann das Evakuierungsgebiet auf einen Radius von 500 Metern um das Werk, weil sich der Wind gedreht hatte. Weitere 1.000 Menschen mussten in Notunterkünfte ausweichen. Am Dienstagvormittag hatte sich die Situation auf dem Gelände verschärft, als sich in dem Tank mit der Lauge-Säure-Mischung große Hitze entwickelte. Die Temperatur stieg von etwa 30 auf über 100 Grad Celsius an. Die Einsatzkräfte befürchteten, dass der Tank schmelzen und eine zweite giftige Gaswolke entstehen könnte. Aus Sicherheitsgründen wurde das Gelände geräumt. Die Spezialkräfte vor Ort seien alle 20 Minuten ausgewechselt worden, so Feuerwehr-Sprecher Stephan Meier. Außerdem seien zeitweise die Schutzanzüge knapp gewesen.

Das sagen die User von NDR.de zum Chemieunfall in Bad Fallingbostel:

  • "Labortante" schreibt:

    "Schon witzig, wie alle erst mal schreien, wenn sie das Wort Chemie hören. Wer Essen ohne Chemie und ohne Gene will, dem guck' ich gerne beim Verhungern zu. Leute, Chemie ist alles. Und wie groß wären bitte die Skandale, wenn es Krankheitsfälle gäbe, die auf ungenügende Reinigung der Anlagen zurückzuführen wären? (...) Ach so, und bitte überlegt mal, warum Laugenbrezel so heißen, wie sie heißen, die werden nämlich direkt in Natronlauge gebadet und da kräht kein Hahn nach.

  • "ho1774" kommentiert:

    Kein Chemie- oder Pharmabetrieb, sondern eine Lebensmittelfirma verursacht den Chemieunfall. Das sollte einem zu denken geben.

  • "JQB" meint:

    (...) Säure und Laugen werden in jeder Nahrungsmittelproduktion als Reinigungsflüssigkeiten benutzt. Wenn sie sich vermischen, knallt es nun mal. (...) Wer jetzt auf die Nahrungsmittelindustrie schimpft, sollte sich doch mal selber ein Bild machen.

  • "She" schreibt:

    Gerade in einem Lebensmittelwerk müssen die Anlagen auch mal gereinigt werden ... und dafür braucht man eben Säuren und Laugen.

  • "Unreg12" gibt zu denken:

    (...) Für die Massenproduktion von Lebensmitteln muss halt die ein oder andere Chemikalie eingesetzt werden. Auch Natriumhydrogencarbonat ist eine solche Chemikalie, die in großen Mengen gefährlich ist. Aber jeder hat sie zu Hause, das gute alte "Backtriebmittel" Backpulver. Daher ist das vollkommen normal für Lebensmittel-Großproduktionen, aber es muss ja niemand kaufen und nutzen, jeder kann sein Getreide selber anbauen und seine Lebensmittel selber machen, aber das kostet Zeit (...).

  • "mike301243" ist der Meinung:

    Irgendwie hab ich da Probleme! Ein "Lebensmittelhersteller" mit gefährlichen Chemikalien??? Jungs: Man kann Lebensmittel auch natürlich herstellen! Schon mal drüber nachgedacht?

  • "Puffin" findet:

    (...) Eine derartige Reinigung wird gesetzlich vorgeschrieben! Wer schreit denn als erstes, wenn mal wieder irgendwo nur der kleinste Schimmel in einer Bäckerei gefunden wird? Natürlich sollte ein solch dramatischer Unfall nicht passieren, erst recht nicht bei einem so renommierten Unternehmen, doch absichtlich hat sicher keiner die Katastrophe ausgelöst. (...)

  • "Hermann" kommentiert:

    Es denkt mal wieder keiner an die Einsatzkräfte, die nun schon seit weit über zwölf Stunden im Einsatz und sicherlich in der Mehrzahl auch seit über 24 Stunden wach sind.

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Was ist Katastrophenalarm?

Katastrophenalarm kann ausgelöst werden, wenn große Gefahr oder schwere Schäden drohen, zum Beispiel durch Naturgewalten oder Unfälle mit gefährlichen Stoffen. Ist der Alarm ausgelöst, können gewisse Grundrechte außer Kraft gesetzt werden, darunter das Recht, sich frei zu bewegen, und das sogenannte Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung, das die Privatsphäre vor staatlichen Eingriffen schützt. Behörden können Gebiete absperren und evakuieren sowie fremde Häuser oder auch Autos nutzen. Zudem dürfen sie Einwohner als Helfer einsetzen. Im Katastrophenfall kann auch die Bundeswehr für den Einsatz im Inland angefordert werden.

 

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Zwei Feuerwehrleute beim Einsatz. © dapd Fotograf: David Hecker
 

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Eine gelbe Gaswolke tritt aus einem Lebensmittelwerk in Bad Fallingbostel. © TeleNewsNetwork
 
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Gelbe Gaswolke im Lebensmittelwerk

Nach einem Chemieunfall stieg eine giftige Gaswolke in den Himmel.

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Hintergrund
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