Ohne Mampf kein Kampf - die "VolXküche"
Heiße Speisen für heiße Protest-Tage: Die "VolXküche" versorgt die Atomkraftgegner während der Castor-Proteste mit tonnenweise Kartoffeln und Gemüse - alles ganz vegan. mehr
Seit drei Jahren ist es ein Geheimtipp unter Brummifahrern: "Rolly's Trucker Stop" im wendländischen Metzingen. Rund 100 Lkw kehren pro Tag bei Wirtin Carola "Rolly" Rosberg ein. Denn nur hier gibt es "Rolly's Spezial": Frittierte Kartoffelscheiben mit Käse, Currywurst und einer sogenannten Hammer-Spezial-Sauce. "Rolly" ist auch bei den Anwohnern beliebt. "Wenn die Küche kalt bleiben soll, dann kommen sie zu uns", sagt die stolze Wirtin. Doch einmal im Jahr ist alles anders. Dann kommt kein Brummi zu "Rolly", denn der Castor rollt. Und "Rolly wird blockiert.
"Rolly's Trucker Stop" liegt an einem neuralgischem Punkt des Castor-Protests: der Bundestraße 216 bei Metzingen. Während der heißen Phase des Castor-Transports sind hier viele Aktivisten in einem Camp untergebracht. Und die setzen sich auch gerne mal auf die B 216, eine der Hauptstraßen in Richtung Dannenberg, blockieren so eine Nachschubroute der Polizei. Doch auch viele Lkw-Fahrer sind dann aufgeschmissen.
Zu Castor-Zeiten ist "Rolly's Trucker Stop" in Metzingen auch bei Aktivisten ein beliebter Anlaufpunkt.
Doch zum Glück gibt es "Rolly". Die ortskundige Wirtin leitet die Brummis meist schon vor den Blockaden um: "Rolly's Castor-Spezial" - nur für Stammgäste. Über Funk macht die geplante Blockade bei den Brummis die Runde. Bei "Rolly" brummt es trotzdem. Viele Camp-Bewohner sind dankbar über eine warme Mahlzeit - vor allem, wenn die Wirtin selbst kocht.
Ob Senf-Eier oder Königsberger Klopse - "Rolly" hat zurzeit alle Hände voll zu tun. "Um 18.30 Uhr gehen hier normalerweise die Fritteusen aus", sagt die Wirtin. Nachtschichten sind zur Castor-Zeit fast die Regel. Am besten laufen dann Pommes, weiß "Rolly" zu berichten.
Obwohl "Rolly" im Widerstand aktiv ist, hat sie auch ein Herz für Polizisten. "Es sind schließlich auch nur Menschen", sagt sie. Etwas warmes in den Magen oder ein Gang zur Toilette ist für jeden möglich. Nur wenn die Polizeiautos den Lkw die Parkplätze wegnehmen, kann "Rolly" ungemütlich werden. Dann muss die Polizei weichen. Das Grundstück ist schließlich Privatbesitz. Und für "ihre Jungs" tut "Rolly" alles.