Castor-Transport möglicherweise unzulässig
Der Castor-Transport hätte eventuell nicht genehmigt werden dürfen: Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags befürchten zu hohe Strahlung im Zwischenlager Gorleben. mehr
Wie hoch ist die Strahlenbelastung für die eingesetzten Beamten?
Polizisten aus dem Rheinland sind verunsichert. Wie hoch ist die Strahlenbelastung durch den bevorstehenden Castor-Transport wirklich? Kann sie den Beamten am Ende gar gefährlich werden? Die Angaben zu der möglichen Belastung sind widersprüchlich. Die rheinland-pfälzische Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte deshalb am Montag, den Transport abzusagen oder zumindest umzuleiten. Die strahlende Fracht könnte etwa auf dem kürzesten Weg in das Kernkraftwerk Philippsburg gebracht werden, schlugen die Gewerkschafter vor. Auf jeden Fall müsse sichergestellt sein, dass keine Gefahr durch Strahlung für die Polizisten bestehe, schrieb die GdP an Ministerpräsident Kurt Beck und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD), wie die Gewerkschaft mitteilte. Der Transport wird voraussichtlich heute Nachmittag beginnen.
Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace wird die Strahlung aus dem Zwischenlager Gorleben nach Einlagerung der weiteren Behälter in diesem Jahr den zulässigen Höchstwert übersteigen. Die Polizeigewerkschaft befürchtet nun, dass auch der Castor-Transport für die eingesetzten Beamten gefährlicher ist als zuvor.
Um jederzeit die Strahlung entlang der Strecke im Auge behalten zu können, sind die eingesetzten Polizisten nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums mit sogenannten Dosimetern ausgestattet. Zudem habe das niedersächsische Umweltministerium nach eigenen Angaben alle für den Transport vorgesehenen Behälter geprüft.
Etwa 20.000 Polizisten sind zum bevorstehenden Castor-Transport im Einsatz. Davon werden 12.000 Beamte von der Landespolizei gestellt und 8.000 von der Bundespolizei. Der Zug wird voraussichtlich am Mittwoch gegen 14.30 Uhr im französischen Valognes starten und am Wochenende das Wendland erreichen.