Auch auf der letzten Etappe wurde der Castor-Transport von Protesten begleitet.
Nach 126 Stunden erreicht der Castor-Transport das Zwischenlager in Gorleben.
Nach Stunden wird die Straßenblockade bei Gorleben geräumt - die Polizei setzt wieder Wasserwerfer ein.
Während in Dannenberg die Castoren verladen werden, haben sich rund 1.300 Atomkraftgegner vor dem Zwischenlager in Gorleben niedergelassen und blockieren die Zufahrt.
Seit dem frühen Montagmorgen hat sich der Protest von der Schiene auf die Straße verlagert: In Klein Gusborn versperren Greenpeace-Mitglieder mit einem Transporter die Südroute. Der Wagen ist mit einer Betonkonstruktion im Boden verankert.
Diese 21-jährige Frau und ein 26 Jahre alter Mann können sich nicht vom Fleck bewegen. Die Polizei braucht Stunden, um den Transporter von der Straße zu bekommen.
In Dannenberg werden die elf Castoren auf Spezialfahrzeuge umgeladen. Am frühen Montagmorgen hatte der Castor-Transport den Verladebahnhof erreicht.
Derweil messen Greenpeace-Aktivisten am Verladebahnhof die Neutronenstrahlung. Ihr Ergebnis: Selbst in einer Entfernung von etwa 14 Metern liege die Strahlung bei 4,5 Mikrosievert pro Stunde. Das sei 600-mal mehr Strahlung als wenige Stunden zuvor am gleichen Ort gemessen wurde, so Greenpeace.
Wegen der vielen Gleisblockaden kam der Atommüll-Zug zuvor nur langsam voran. Die effektivste Blockade hatten sich vier Landwirte in Hitzacker ausgedacht.
Mit einer Betonpyramide hatten sie sich am Sonntagmorgen an die Gleise gekettet. Dank seelischer und körperlicher Unterstützung konnten die Landwirte insgesamt 15 Stunden ausharren ...
... denn ihre Betonkonstruktion war so ausgefuchst, dass es der Polizei nicht gelang, die Aktivisten von ihrer Pyramide zu trennen. Am Ende geben sie - nach Verhandlungen mit der Polizei - freiwillig auf.
Mit ihrer Blockade begonnen hatten die vier Landwirte bereits am Sonntagmorgen.
Auch bei Vastorf östlich von Lüneburg hatten sich am Sonntag einzelne Aktivisten an die Gleise gekettet. Erst nach Stunden wurden sie "befreit".
Während die meisten Proteste friedlich verliefen, lieferten sich in Leitstade vermummte Castor-Gegner und Polizisten am Sonntagnachmittag ein hitziges Gefecht.
Das große Aufräumen: Nach einer Sitzblockade in Harlingen wird der Müll beseitigt.
Eingekesselt von der Polizei mussten die Demonstranten zuvor - nachdem die Blockade in Harlingen aufgelöst worden war - stundenlang unter freiem Himmel ausharren.
Am frühen Sonntagmorgen war die Sitzblockade der Atomkraft-Gegner aufgelöst worden. Mehrere Tausend hatten die ganze Nacht lang ausgeharrt.
Insgesamt benötigten die Einsatzkräfte viereinhalb Stunden, um die Sitzblockade in Harlingen zu räumen. Friedlich sei es zugegangen, sagt die Polizei. Von ruppiger Umgangsweise sprechen die Demonstranten.
In Harlingen bei Hitzacker hielten Hunderte Demonstranten am Sonnabend die Gleise besetzt.
Während sich Tausende am Sonnabend in Dannenberg zur Groß-Kundgebung versammelten ...
... lieferten sich Polizisten und Demonstranten heftige Schlachten - wie hier bei Pommoissel.
Völkerwanderung? Nein. Am Sonnabend brachten sich Castor-Gegner im Wendland in Position.
Es wurden nicht mehr nur Steine unter den Gleisen herausgeholt ("Schottern"), an einigen Stellen wurden die Gleise selbst verbogen. Zum Beispiel in Harlingen.
Zentrum der Gewalt war ein Widerstands-Camp bei Metzingen. In der Nacht zum Sonnabend erlebte der Ort die zweite Nacht voller Gewalt in Folge. Erst gegen ein Uhr, als sich die Polizei
komplett aus Metzingen zurückzog, beruhigte die Lage sich.
Aber immer wieder bekam es die Polizei auch mit gewaltbereiten Demonstranten zu tun: Am Freitag beispielsweise attackierten Aktivisten Polizeiwagen mit Molotow-Cocktails.
Die große Masse der Atomkraftgegner wollte aber friedlich protestieren und tat das äußerst kreativ.
Ungewöhnlich früh kam es beim Castor-Transport 2011 zu Gewalt im Wendland: Der Atommüll-Zug war noch nicht mal auf deutschem Gebiet, schon wehrten sich in der Nacht zu Freitag Beamte in Metzingen mit Wasserwerfern und Tränengas gegen militante Demonstranten.