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Der Castor in Zahlen

1.400 Kilometer fährt der Castor-Zug vom französischen Valognes bis nach Dannenberg.
125 Stunden Fahrzeit benötigt der Zug für diese Strecke.
2.500 Tonnen wiegen Zug und Fracht.
600 Meter lang ist der Zug.
4 Lokomotiven ziehen die Fracht.
11 Waggons mit Atommüll-Behältern sind unterwegs.
6 Wagons mit Polizisten fahren mit.
20.415 Polizisten sind im Einsatz.
133 Polizisten werden verletzt.
21 Polizeifahrzeuge werden beschädigt.
1.553 Demonstranten werden in Gewahrsam genommen.
43 Aktivisten werden festgenommen.
5.080 Platzverweise werden erteilt.
27 Traktoren werden beschlagnahmt.
33,5 Millionen Euro Kosten verursacht der Castor-Transport.

Quelle:
Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS)
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann

Chronik
Ein Demonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift "Gorleben" hoch © dpa
 

Die Gorleben-Proteste von 1977 bis heute

Die besten Videos und Audios über die spannende Geschichte der Atommüll-Transporte. mehr

 

Castor am Ziel - Streit geht weiter

Niedersachsens Innenminister Uwe Schuenemann (CDU) hält ein Wurfgeschoss, bestehend aus einem Golfball mit eingedrehten Schrauben, vor dem Gesicht. © dapd Fotograf: Nigel Treblin Detailansicht des Bildes Innenminister Uwe Schünemann beklagt die Aggressivität eines Teils der Demonstranten, die etwa präparierte Golfbälle als Waffe einsetzten. Nach mehr als fünf Tagen ist der Castor-Transport am Ziel: Ganze 126 Stunden und damit deutlich länger als jeder andere Atommüll-Transport zuvor brauchte er von der französischen Wiederaufbereitung bis ins Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben. Dort traf er am späten Montagabend ein. Während die Atomkraft-Gegner die massiven Verzögerungen als Erfolg werteten, forderte die Gewerkschaft der Polizei politische Konsequenzen. Mit entschlossenem Widerstand und zahlreichen Blockaden machten die Castor-Gegner erneut deutlich, dass sie mit der Lagerung des Atommülls in Gorleben nicht einverstanden sind. Nun können sie zumindest darauf hoffen, dass es der letzte Transport nach Niedersachsen war.

 

Videos
Erschöpfte Atomkraftgegner auf dem Podium einer Pressekonferenz zum Abschluss des Castor-Transports © NDR Fotograf: Vivian Münzel
 
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Greenpeace: Castor-Transport der Rekorde

Nach Ankunft der Castoren in Gorleben ziehen die Atomkraftgegner Bilanz. Erschöpft, aber zufrieden blicken sie auf den längsten Castor-Transport der Geschichte zurück.

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"Niedersachsen hat seinen Beitrag geleistet"

"Niedersachsen hat seinen Beitrag geleistet", sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am späten Montagabend vor Journalisten in Dannenberg. Er geht davon aus, dass der Castor-Transport 2011 der letzte nach Niedersachsen war. Für die nächsten anstehenden Transporte von radioaktivem Müll aus dem britischen Sellafield müssten andere Zwischenlager in Deutschland genehmigt werden, sagte er. Fest steht: Der 13. Castor-Transport dauerte nicht nur am längsten - es war auch der teuerste. Man rechne "erneut mit einer Belastung der Landeskasse durch den Polizeieinsatz von etwa 33,5 Millionen Euro", sagte Schünemann. Geringeren Kosten für Unterkünfte stünden in diesem Jahr höhere Personalkosten gegenüber.

"Wir sind noch lange nicht am Ende"

Während der Kampf um die Castor-Transporte vorerst beendet scheint, konzentriert sich der Protest der Atomkraft-Gegner im Wendland nun auf die Erkundung des Salzstocks Gorleben als möglichem Endlager-Standort für hoch radioaktiven Müll. "Der Castor-Transport ist am Ende, wir noch lange nicht", sagte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg am Montagabend auf einer Pressekonferenz in Trebel. Die Atomkraftgegner sprechen sich geschlossen gegen eine Endlagerung des Atommülls in Gorleben aus. Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt" sprach von "immensen Risiken" einer Lagerung "im maroden Salzstock". Auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) müsse sich bewegen. Mathias Edler von Greenpeace betonte, mit dem Widerstand gegen den Castor-Transport seien die Atomkraft-Gegner einem Baustopp für ein Endlager in Gorleben einen wichtigen Schritt näher gekommen. "Dieser Rekord-Castorprotest ist Norbert Röttgens schwerste Niederlage", sagte Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl.

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Polizisten und Aktivisten stehen vor einem im Asphalt verankerten Transporter. © dapd Fotograf: Joern Haufe
 

Nach dem Castor ist vor dem Castor

Die letzten Castoren aus La Hague haben das Zwischenlager erreicht - doch es ist nur ein Etappenziel. In der Atomfrage sind die strittigen Punkte noch immer ungeklärt. mehr

Bundesumweltministerium: Salzstock wird weiter erkundet

Das Bundesumweltministerium erteilte den Forderungen der Atomkraft-Gegner indes umgehend eine Absage. Trotz der massiven Proteste gegen den Castor-Transport, werde die Erkundung des Salzstocks in Gorleben als mögliches Atommüll-Endlager weiter geführt. Es gelte, was die Bundesländer am 11. November beschlossen haben, sagte eine Ministeriumssprecherin am Dienstag in Berlin. Demnach soll es zwar eine bundesweite Endlagersuche geben. Diese schließe aber den Salzstock in Gorleben mit ein. Seit 1977 wurden dort bereits annähernd 1,6 Milliarden Euro investiert.

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Der Castor-Transport fährt am Montag (28.11.2011) ins atomare Zwischenlager in Gorleben ein. Der 13. Castor-Transport mit deutschem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitung hat das atomare Zwischenlager in Gorleben erreicht. © dpa Fotograf: Julian Stratenschulte
 

Der Castor quält sich ins Ziel

Die Lkw mit den elf Castoren sind in das Zwischenlager in Gorleben eingefahren. Noch wenige Kilometer vor dem Ziel gelang es Aktivisten erneut, den Transport zu stoppen. mehr

Kritik am Vorgehen der Polizei

Vermummte Polizeibeamte schlagen auf eine Castor-Gegnerin ein © dpa - Bildfunk Fotograf: Julian Stratenschulte Detailansicht des Bildes Die Polizei setzte auch Schlagstöcke ein. Schon während der Proteste im Wendland war viel Kritik am Vorgehen der Polizei laut geworden. Am Ende beklagten die Atomkraft-Gegner, dass durch den Einsatz der Polizei 355 Demonstranten verletzt worden seien, davon fünf schwer. "Die Nervosität und Aggressivität bei den Polizeikräften ist größer geworden", sagte ein Landwirt der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Die Polizei setzte Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

Schünemann verteidigt Polizeieinsatz

Schünemann wies die Kritik zurück. Bei der Räumung friedlicher Sitzblockaden seien die Beamten besonnen vorgegangen. Überrascht sei er aber von der Gewaltbereitschaft mehrerer Hundert Linksautonomer gewesen. Diese hätten nach Guerilla-Manier mit im Wald gespannten Drahtseilen, Feuerwerkskörpern und mit Schrauben durchbohrten Golfbällen Leib und Leben der Beamten gefährdet. Gegen diese Krawallmacher seien die Einsatzkräfte konsequent vorgegangen. Rund 100 Polizisten wurden demnach verletzt, keiner von ihnen schwer. Allein in Niedersachsen waren laut Schünemann etwa 10.000 Beamte im Einsatz. Nach Angaben des Ministers gab es insgesamt mehr als 100 Blockaden.

GdP verlangt politische Konsequenzen

Vermummte greifen bei Leitstade (Kreis Lüchow-Dannenberg) Polizeibeamte mit Feuerwerkskörpern und Steinen an. © dpa Fotograf: Julian Stratenschulte Detailansicht des Bildes Die Attacken auf Polizisten dürften nicht ohne politische Folgen bleiben, fordert die GdP. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert nach dem jüngsten Castor-Einsatz ein politisches Nachspiel. Kaum ein Transport der vergangenen Jahre habe den eingesetzten Polizeikräften soviel abverlangt, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut nach dem Eintreffen der Castoren im Zwischenlager. "Der Hass und die Gewalt, die meinen Kolleginnen und Kollegen von einzelnen autonomen Gruppen entgegenschlug, waren ohne Beispiel", sagte Witthaut. "Es ist bedrückend, dass sich auch Politiker und Bürgerinitiativen nicht eindeutig von dieser Gewalt distanziert haben." Witthaut sprach von einer "international besetzten Anarcho-Szene". Dieser sei das "Leben von Polizisten keinen Pfifferling wert".

Die Chronik einer heiklen Reise
Eine Atomkraftgegnerin mit "Atomkraft? - Nein danke"-Fahne wartet während der zentralen Demonstration gegen den Castor-Transport. © dapd Fotograf: Philipp Guelland
 

Der Castor 2011 - Superlative in Serie

Der 13. Castor-Transport ist ins Zwischenlager Gorleben gerollt. Es war eine Reise, die Rekorde brach. Die wichtigsten Stationen - zusammengefasst in einer Multimedia-Chronik. mehr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/castortransport/castor561.html
Castor-Transport 2011
Ticker

Castor 2011 - News-Ticker

+++ Castor nach etwa 126 Stunden im Zwischenlager Gorleben angekommen +++ Polizei holt bei Grippel zwei Personen von Castor-Lkw herunter +++ Aktivisten: Räumung in Gorleben war "brutal", mehrere Verletzte +++ mehr

Castor-Reportagen
Atomkraftgegner blockieren die Castor-Transportstrecke in Hitzacker. © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
 

"Wir hätten noch länger ausgehalten"

Atomkraftgegner feiern ihre "Helden von Hitzacker". mehr


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Eckhard Groß war Jahrzehnte Polizist im Wendland und Atomkraft-Gegner. mehr


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Die Wieses wohnen dicht am Zwischenlager Gorleben. mehr


Ohne Mampf kein Kampf - die "VolXküche"

Die "VolXküche" versorgt die Atomkraftgegner während der Castor-Proteste. mehr


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Hintergrund
Behälter mit radioaktivem Müll im Zwischenlager Gorleben © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
 

Atommüll-Zwischenlager Gorleben

Dort wird der Müll zum Auskühlen gelagert, bis ein Endlager gefunden ist. mehr


Heiße Fracht: Atommüll strahlt mehr denn je

Seit 2010 strahlt der wiederaufbereitete Atommüll mehr denn je. mehr