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Munster kämpft für armenische Familie

Es klingelt an der Tür, früh am Morgen. Draußen stehen Beamte, die Sie dazu auffordern, schnell das Nötigste zu packen. Sie würden jetzt in ein anderes Land gebracht. Klingt zunächst absurd, doch Asylbewerber, deren Anträge abgelehnt wurden, müssen ständig mit genau dieser Situation rechnen. Einer armenischen Familie in Munster im Heidekreis ist genau das jetzt passiert. Nach 18 Jahren in Deutschland standen plötzlich um fünf Uhr am Morgen die Abschiebe-Beamten vor der Tür.

Bundespolizist stoppt Abreise

"Es war eine Nacht- und Nebelaktion", sagte Aschot Hovhannisyan, der älteste Sohn der Familie, gegenüber NDR 1 Niedersachsen. "Der Landkreis hatte das wohl veranlasst. Plötzlich standen Beamte in unserer Wohnung und sagten, sie würden uns jetzt nach Armenien abschieben." Die Mutter war zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause. Edgar, mit 17 der jüngste Bruder, lief weg. Aschot und seine 23-jährige Schwester Emma wurden zum Frankfurter Flughafen gebracht. Dort entschied ein Bundespolizist, dass sie nicht flugfähig seien - wohl wegen ihres psychischen Zustands, vermuten die Geschwister. So kamen beide zurück nach Munster.

"Ich kann nicht mal Armenisch lesen"

Emma mag sich gar nicht vorstellen, wie es ihr in Armenien ergangen wäre. "Ich hab keine Ahnung. Ich würde wahrscheinlich im Flughafen rumsitzen und heulen", sagte die junge Frau. "Ich kenne da ja niemanden und ich kann nicht mal Armenisch lesen."

Unterstützung von Mitschülern und Kirchengemeinde

Schüler der Realschule Munster sammeln Unterschriften gegen eine Abschiebung. Die Familie sei gut integriert, sagen sie. Aschot hat in Munster Abitur gemacht. Edgar hat gerade ein Berufs-Praktikum absolviert und Emma macht eine Ausbildung als Kosmetikerin. Mehrere hundert Bürger haben schon unterschrieben.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde von Munster sammelt ebenfalls Unterschriften für die drei Geschwister und ihre Mutter. Die Familie hofft als letzte Chance auf ein Machtwort der Härtefallkommission des niedersächsischen Landtags. Zuletzt hatte sich auch die Stadt Munster für ein Bleiberecht eingesetzt.

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Eine Hand hält einen Stempel mit der Aufschrift "ausgewiesen". © picturedesk.com Fotograf: Christian Ammering
 

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