Archäologie in Niedersachsen
Projektserver des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege
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Sorgfältig legt ein Archäologe die Fundstücke aus dem Erdreich frei.
Die Ausgrabungen am Harzhorn bei Kalefeld (Landkreis Northeim) werden nach Einschätzung von Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) die Forschung noch mehrere Jahre beschäftigen. Die dort freigelegten Fundstücke aus dem dritten Jahrhundert nach Christus seien "wichtige Teile in einem historischen Puzzle", sagte die Ministerin am Mittwoch bei einem Besuch der Grabungsstätte. Die Funde hätten die Geschichtsschreibung in Frage gestellt und werfen noch zahlreiche Fragen auf, die weiterer Forschungen bedürften. Das Wissenschaftsministerium werde die Untersuchungen finanziell weiterhin fördern, kündigte Wanka an.
Die germanische Speerspitze ist eines von rund 1.800 Fundstücken.
Die Entdeckung des Schlachtfeldes von Römern und Germanen vor zwei Jahren galt als wissenschaftliche Sensation. Denn bis dato hatten Wissenschaftler angenommen, dass sich die Römer nach der verheerenden Niederlage bei der Varusschlacht im Jahr 9 nach Christus aus dem Norden zurückgezogen hätten. Bislang seien mehr als 1.800 Fundstücke vom Harzhorn dokumentiert worden, sagte Michael Wickmann, Landrat des Landkreises Northeim. Dazu gehörten Projektile, Katapultbolzen, Rüstungsgegenstände, Wagenteile und Werkzeuge. Anhand von Münzfunden und Untersuchungen mit der Radiokarbonmethode konnte die Schlacht auf einen Zeitraum zwischen 230 und 240 nach Christus datiert werden.
Neueste Entdeckung ist ein Pferdezahn, den die Archäologen erst kurz vor der Präsentation der Fundstücke am Mittwoch ausgegraben haben. Wie Grabungsleiter Professor Michael Meier von der Freien Universität Berlin gegenüber NDR 1 Niedersachsen sagte, wollten die Forscher jetzt anhand des Zahnes herausfinde, woher das Pferd auf dem Schlachtfeld stammte.