Dossier: VW auf dem Weg an die Weltspitze
Bis 2018 will Volkswagen der größte Autobauer der Welt sein. Ein Dossier von NDR.de. mehr
Seit 2007 führt Winterkorn die Geschicke des Wolfsburger Autoriesen.
Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er mag Radfahren und Joggen. Der ehemalige Audi-Chef Martin Winterkorn gilt als grundsolider Schwabe, zugleich als enger Vertrauter von Ferdinand Piëch. Die Wege des Managers kreuzten sich immer wieder mit denen des heutigen VW-Aufsichtsratschefs. In der Automobilbranche genießt Winterkorn den Ruf als "Mr. Qualität". Am 1. Januar 2007 übernahm er vom bisherigen Vorstandschef Bernd Pischetsrieder die Konzernspitze der Volkswagen AG. Dabei war er so erfolgreich, dass der Vertrag Anfang 2011 um weitere fünf Jahre bis Ende 2016 verlängert wurde. Nach dem Weggang des VW-Markenchefs Wolfgang Bernhard Anfang 2007 steht Winterkorn auch an der Spitze der Kernmarke des Konzerns. Unter seiner Ägide gelang es, den Übernahmeversuch des Konkurrenten Porsche abzuwehren und im Gegenszug die Integration der Sportwagenschmiede als zehnte Marke in den VW-Konzern vorzubereiten.
Winterkorn, am 24. Mai 1947 in Leonberg bei Stuttgart geboren, lernte das Management von der Pike auf. Nach Studium der Metallkunde in Stuttgart und Promotion am Max-Planck-Institut für Metallforschung startete er zunächst bei Bosch als Spezialist für Prozesstechnologie. 1981 stieg er bei Audi ein. 1988 berief der damalige Vorstandsvorsitzende Piëch Winterkorn zum Bereichsleiter "Zentrale Qualitätssicherung". Zwei Jahre später übernahm er die Gesamtleitung der Qualitätssicherung. Winterkorn hatte maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des permanenten Allradantriebs und an der Realisierung der vollverzinkten, rostfreien Karosserie. Durch konsequente Rationalisierung der Produktionsabläufe verbesserte er die Rentabilität des Ingolstädter Autobauers.
Winterkorn gab das Ziel aus, Toyota als Nr.1 der Autobauer abzulösen.
1993 folgte Winterkorn Piëch, der zum VW-Chef aufstieg, nach Wolfsburg. Sein Job: Konzern-Qualitätssicherung. Ab 1995 war er auch für das Konzernproduktmanagement verantwortlich. 2000 wurde Winterkorn Mitglied des VW-Vorstandes. Im März 2002 folgte die Beförderung zum Chef der Audi AG, die der Schwabe auch mit Investitionen in neue Modelle auf der Erfolgsspur hielt. Im Februar 2007 wurden Winterkorn und sein Nachfolger als Audi-Chef, Rupert Stadler, in den Vorstand des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) gewählt.