Auf der Suche nach bewohnten Planeten
Göttinger Forscher wollen mit Lichtanalysen Leben im Weltraum finden. (11.11.2011) mehr
Einen möglicherweise bewohnbaren Planeten haben Wissenschaftler der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Forschern in einem nahen Sternsystem entdeckt. "Dieser Planet ist der neue beste Kandidat für Bedingungen, die flüssiges Wasser und vielleicht Leben erlauben, wie wir es kennen", sagte Wissenschaftler Guillem Anglada-Escudé von der Universität Göttingen. Noch ist allerdings unklar, ob es auf dem Planeten tatsächlich Wasser oder sogar Leben gibt.
Astrophysiker an der Universität Göttingen haben in den Weiten des Alls eine Entdeckung gemacht: Ein Planet, auf dem Wasser vorkommen könnte und auf dem man stehen kann.
Die Astronomen bezeichnen den Planeten als Super-Erde. Dieser Begriff steht für Planeten, die nicht wesentlich größer sind als die Erde und vermutlich genauso wie sie aus Gestein bestehen. Die neue Super-Erde hat die viereinhalbfache Masse unseres Heimatplaneten, trägt die Katalognummer GJ 667Cc und ist 22 Lichtjahre von der Erde entfernt - das entspricht rund 209 Billionen Kilometern. In 28,15 Tagen kreist die Super-Erde um eine Zwergsonne der Klasse M. Der Abstand zwischen beiden Gestirnen ist gerade richtig für gemäßigte Temperaturen, bei denen Wasser flüssig wäre, wie das internationale Forscherteam im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters" schreibt. Flüssiges Wasser gilt als Grundvoraussetzung für Leben, wie es auf der Erde bekannt ist.
Eine Grafik zeigt, wie sich verschiedene Planeten um den Zwergstern der Klasse M (roter Punkt) bewegen. Der türkise Bereich, in dem die Super-Erde liegt, bietet gute Voraussetzungen für die Existenz flüssigen Wassers.
Die Forscher haben herausgefunden, dass der Zwergstern von mindestens einem weiteren Planeten umkreist wird - und zwar in nur 7,2 Tagen. In einem größeren Abstand könnte es möglicherweise auch noch eine weitere Super-Erde sowie einen Gasplaneten geben.
"Dieser Stern wurde als ziemlich unwahrscheinliche Heimat für Planeten angesehen", sagte Wissenschaftler Steven Vogt von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz. Denn im Vergleich zu unserer Sonne gehört die Zwergsonne zu einem Dreifachsystem, das nur wenige chemische Elemente wie Eisen, Kohlenstoff und Silizium besitzt, aus denen Gesteinsplatten wie die Erde aufgebaut sind. Die Entdeckung des neuen Planeten legt laut Vogt nahe, "dass es in unserer Galaxie nur so wimmelt von Milliarden potenziell bewohnbaren Gesteinsplaneten".