Harzhorn: 45 Min vor Ort
Römer in Niedersachsen? 45 Min berichtet vom großen Tag der Pressekonferenz zu neuesten Funden am Harzhorn und der Kinopremiere von "Rätsel Römerschlacht".
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Archäologen haben rund 1.800 Metallgegenstände entdeckt.
Um die Zukunft der kostbaren Funde vom römisch-germanischen Schlachtfeld am Harzhorn im Kreis Northeim bahnt sich ein Streit an. Die Gemeinde Kalefeld, auf deren Territorium das Harzhorn liegt, möchte zumindest einen Teil der Fundstücke im Ortsteil Oldenrode präsentieren. Im nahen Bad Gandersheim, das bereits über Museen verfügt, denkt man aber an eine größere Lösung. Seit der Entdeckung des römisch-germanischen Schlachtfeldes im Landkreis Northeim im Jahr 2008 haben Archäologen bislang rund 1.800 Metallgegenstände gefunden.
"Das Schlachtfeld befindet sich auf Kalefelder Gebiet. Deshalb müssen auch die Funde hier bleiben", sagt Bürgermeister Edgar Martin (parteilos). "Die Bevölkerung will das so". Auch der zuständige Ausschuss des Kommunalparlamentes habe sich über Parteigrenzen hinweg dafür ausgesprochen. Der Bürgermeister weiß auch schon, wo er die Fundstücke zeigen möchte: in dem historischen Glockenhaus im Ortsteil Oldenrode, der dem Schlachtfeld auf dem Höhenzug Harzhorn am nächsten liegt. Heute wird der Fachwerkbau aus dem frühen 18. Jahrhundert als Heimatstube genutzt. Dort könnten Vitrinen für die römischen Waffen und die anderen gut 2.000 Jahre alten Metall-Gegenstände aufgestellt werden.
Bad Gandersheim will die Funde in hochgesicherten Räumen präsentieren.
In Bad Gandersheim, dessen Gebiet an das Schlachtfeld grenzt, sieht man das ganz anders. Die archäologischen Schätze, die in ihrer Bedeutung mit den Funden von der Varusschlacht vergleichbar seien, müssten richtig präsentiert werden, meint Bürgermeister Heinz Gerhard Ehmen (parteilos). Mit einer großen, gutgemachten Ausstellung könne man viele Gäste und damit Wirtschaftskraft in die strukturschwache Region bringen. Zudem seinen die Exponate so kostbar, dass sie nur in hochgesicherten Räumen präsentiert werden dürften. Gemeinsam mit dem Landkreis Northeim und dem Land Niedersachsen solle eine Lösung gefunden werden.
Rüdiger Fischer, Sprecher im Wissenschaftsministerium in Hannover, erwartet ein solides, seriöses Konzept, um die Funde der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein Museums-Neubau komme aus Kostengründen zwar nicht infrage, es werde aber geprüft, ob vorhandene Einrichtungen genutzt werden könnten. Deshalb befürchtet Kalefelds Bürgermeister Martin, dass die Schätze nach Bad Gandersheim kommen könnten. Hier gibt es im Kloster Brunshausen, das das Museums-Projekt "Portal zur Geschichte" beherbergt, offenbar genügend freie Flächen.