Die Goslarer können sich freuen: Sie haben ihre Orgel wieder. Ein halbes Jahr dauerte die aufwendige Reinigung. Aufwendig wird allerdings auch der Aufbau, der der Gemeinde nun noch bevorsteht...
Die Kirchenorgel der Marktkirche in Goslar wurde in etwa 10.000 Einzelteile zerlegt und in eine Werkstatt gegeben, die diese nicht nur reinigen, sondern auch neu gestalten sollte.
Ein halbes Jahr mussten der Kantor und seine Gemeinde auf ihre Orgel verzichten. Jetzt wurde sie in zwei Lkw aus Freiburg wieder angeliefert.
Die ganze Gemeinde packt an, um die Orgel wieder in die Kirche zu tragen. Jetzt muss sie millimetergenau aufgebaut werden.
Mehrere Orgelbauer hatten Entwürfe für die Gestaltung der Orgel eingereicht. Die Gemeinde entschied sich für klare Linien, rote Farbe und scheinbar willkürlich zusammengesetzte Orgelpfeifen.
Doch diese Willkür ist "bewusstes Chaos", das keinen negativen Einfluss auf den Klang der Orgel hat. Der wird sogar noch bereichert durch neue Holzpfeifen, die einen romantischeren Zug verleihen.
Die anspruchsvolle Aufgabe besteht für die Orgelbauer nicht nur darin, die Orgel zu reinigen, sondern auch das Alte mit dem Neuen zu verbinden - sowohl äußerlich, als auch mechanisch.
Das Orgel-Puzzle wird also auf unkonventionelle Weise neu zusammengesetzt.
Bis Mitte Februar wird es dauern, bis die Orgel wieder als Gesamtkunstwerk steht und jedes Einzelteil an seinem Platz ist. Bis dahin werden die Teile im Seitenschiff der Kirche liegen.
Der Holzrahmen der Orgel muss zuerst auf allen drei Ebenen fertig sein - hier wird noch getüftelt. Nach dem Aufbau wird die Orgel noch drei Wochen lang von den Orgelbauern gestimmt, um dann eine schöne und klare Zukunftsmusik zu spielen.