Haben wir das Lachen verlernt?
Kristian Bader erläutert, wieso Menschen lachen und warum das Ganze so gesund ist. mehr
Beim Lachyoga kann man einfach loslachen - auch ohne Humor. (Archivbild)
In den Keller gehen diese Menschen zum Lachen ganz bestimmt nicht. Im Gegenteil: Sie treffen sich sogar, um zu lachen - im Lachclub Göttingen. Gegründet wurde der Club vor etwa einem Jahr, Treffpunkt ist das Kulturzentrum MUSA. Einmal in der Woche darf, nein soll dort nach Herzenslust gekichert, gefeixt und gegiggelt werden. "Wir lachen in Industrieländern einfach viel zu wenig und die Menschen sagen, 'jawohl, ich möchte mehr lachen.' Deshalb boomen die Lachclubs immer mehr", sagte der Leiter des Göttinger Clubs, Egbert Griebeling, im Gespräch mit NDR.de.
Auch humorlose Menschen müssen mal lachen, dachte sich Lachyoga-Trainer Egbert Griebeling und gründete vor einem Jahr den Göttinger Lachclub. Das dortige Gelächter spricht für sich.
Das sogenannte Lachyoga hilft laut Griebeling dabei, endlich wieder einmal herzhaft zu lachen. Es sei eine Methode, bei der jeder auch ohne Grund lachen könne. "Wir brauchen keinen Witz, keinen Humor oder irgendeine Comedy. Wir tun einfach so, als ob wir lachen." Dies höre sich zunächst ein bisschen verrückt an, sei es aber gar nicht, so der Lachyoga-Trainer. Denn es sei wissenschaftlich erwiesen, dass der Körper nicht unterscheiden kann zwischen simulierten und echten Gefühlsausdrücken. Rund zwei Dutzend Stammlacher sind offenbar überzeugt - sie kommen jede Woche wieder.
Der Göttinger Club ist einer von deutschlandweit rund 100, weltweit soll es mehr als 6.000 Lachclubs geben. Griebeling findet, das Lachen befreiend wirkt und er rät dazu, ruhig auch im Alltag immer mal ohne Grund aus vollem Herzen loszuprusten. "Lachen ist mit vielen Hemmungen verbunden, weil wir alle als Kinder gehört haben, 'was gibt`s denn da zu lachen?'" Beim Lachyoga bauten sich die Verhaltensmuster aber mehr und mehr ab und die Teilnehmer würden dann sogar immer hemmungsloser, so der Lachyoga-Trainer. "Ich lache auch in der Öffentlichkeit, auch auf einer vierspurigen Straße habe ich gelacht und in der Innenstadt. Ich lasse mir das Lachen nicht mehr verbieten."