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Dutzende Krebs-Fälle: Mediziner alarmiert

von Ute Andres, NDR 1 Niedersachsen

Die mögliche Häufung von Krebserkrankungen in einem Ort südlich von Göttingen lässt auch Mediziner aufhorchen. Elke Bruns-Phillips vom Krebsregister beim Landesgesundheitsamt in Hannover findet es auffällig, dass allein in einer Straße fünf Menschen an Bauspeicheldrüsenkrebs erkrankt oder bereits verstorben sein sollen. "Da würde ich denken, da guckt man nach", sagte sie NDR 1 Niedersachsen. Denn Bauspeicheldrüsenkrebs entstehe häufig in der Nähe zu chemischer Industrie. Allerdings müsse genau untersucht werden, in welchem Zeitraum die Personen erkrankten.

Todesbescheinigungen werden überprüft

Insgesamt sollen in einer Siedlung des Dorfes in den vergangenen zehn bis 20 Jahren mehr als 50 Personen an Krebs erkrankt sein. Das Gesundheitsamt Göttingen überprüft inzwischen Todesbescheinigungen aus dem Ort. Oft sei als Todesursache eine Folgeerkrankung von Krebs angegeben, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Eckhard Mayr. Das müsse geklärt werden.

Betrieb verwendete Trichlorethylen

Bis 1999 verwendete das Unternehmen nachweislich das krebserregende Trichlorethylen. Ob es ordnungsgemäß in geschlossenen Räumen verarbeitet wurde, prüft die Staatsanwaltschaft Göttingen. Das Gewerbeaufsichtsamt hatte zuletzt 1992 in dem Betrieb die Verwendung der Chemikalie registriert. In dem Kleinbetrieb in der Gemeinde Friedland werden seit drei Generationen Metallschilder lackiert und vorher entfettet. Das geschah bis 1999 mit Trichlorethylen. Die in Deutschland nicht verbotene Chlorverbindung wird im klassischen Sinn nicht verbraucht, sondern gelangt immer fast vollständig in die Umwelt.

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