Flucht ins Abseits
Flüchtlinge, Migranten und Asylbewerber führen meist ein unauffälliges Leben. Zum "Tag des Flüchtlings" hat NDR.de einige von ihnen getroffen und zeigt, wie sie bei uns in Niedersachsen leben. mehr
Der Göttinger Verein will Menschen, die illegal in Deutschland leben, den Gang zum Arzt erleichtern. (Archiv)
Flüchtlinge, die sich illegal in Deutschland aufhalten, setzen sich der Gefahr einer Abschiebung aus, wenn sie einen Arzt besuchen. Zwar werden die Kosten für die medizinische Versorgung von den jeweiligen Sozialämtern übernommen. Diese sind aber gesetzlich dazu verpflichtet, die Daten von Patienten ohne Aufenthaltsgenehmigung an die Ausländerbehörden zu übermitteln. Organisationen, die sich für die Rechte von Flüchtlingen einsetzen, kritisieren diese seit 1993 bestehende Praxis schon länger.
Der Göttinger Verein Medizinische Flüchtlingshilfe e.V. hat nun am Donnerstag erneut gefordert, dass illegal in Deutschland lebende Flüchtlinge und Menschen ohne Papiere einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. Als eine Möglichkeit sieht der Verein das Konzept der anonymisierten Krankenscheine. Betroffene könnten bei einer von Ärzten geleiteten Stelle einen nummerierten Krankenschein bekommen. Dieser soll weiter über das Sozialamt abgerechnet werden, aber ohne die Angabe von persönlichen Daten.