Norbert Blume jodelt für den Westen
Im Jodlerwettstreit treten Ost- und Westharz gegeneinander an.
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"Ost-Jodler" Andreas Knopf ist Sieger des traditionellen Jodlerwettstreits.
Er hatte die Jodler im Westen mit seiner Kritik provoziert und für Misstöne in der Harzer Jodler-Szene gesorgt. Jetzt hat Andreas Knopf bewiesen, wer der Beste ist: Der Sänger gewann am Wochenende den traditionellen Harzer Jodlerwettstreit in Clausthal-Zellerfeld.
Knopf, Jodler aus Altenbrak in Sachsen-Anhalt, hatte seinen Sangeskollegen im Westharz vorgeworfen, das "West-Jodeln" sei ein sehr einfaches Jodeln und bestehe nur aus einem Jodelschlag. "Ost-Jodeln" hingegen habe einen wesentlich höheren Schwierigkeitsgrad, so das Urteil von "Ost-Jodler" Knopf. Diese Aussage entzweite die Volksmusik im Harz und sorgte im Vorfeld des Wettbewerbs für Unmut im jodelnden Westen. "Von Herrn Knopf sind Beschuldigungen aufgekommen, die einfach nicht ganz richtig sind", sagte Rüdiger Keil, Veranstalter des Jodler-Wettstreits in Clausthal-Zellerfeld.
Nach Informationen von NDR.de konnte der Zwist zwischen den Volksmusikern aber rechtzeitig zum Wettbewerb beigelegt werden.
Hintergrund des Jodler-Streits zwischen Ost und West war ein Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Der hatte über eine vermeintliche Unvereinbarkeit der Jodelstile in Ost- und Westharz berichtet und darüber, dass "Ossis" bei West-Wettbewerben ständig "politisch" abgewertet würden. Im Westen werde zu hart gejodelt, mit Kehlkopfüberschlag - Wechsel von Brust- und Kopfstimme. Im Ost-Harz hingegen hätte die DDR das Jodeln immerhin zum Hochleistungssport entwickelt.
West-Jodler Rüdiger Keil konnte die Kritik aus dem Osten nicht nachvollziehen.
Schon im Jahr 2005 war es zum Krach zwischen Jodlern aus Ost- und Westharz gekommen. Seit der Wiedervereinigung hatten der Westharzer Ort Clausthal-Zellerfeld und die Gemeinde Altenbrak im Ostharz gemeinsame Jodelwettbewerbe ausgerichtet. Ein Wettbewerb fand im Osten statt, einer im Westen. Es herrschte Frieden in der Harzer Jodel-Bewegung.
Als sich jedoch der Verein, der die Wettbewerbe organisierte, auflöste, kam es zum Bruch zwischen "Ost-" und "West-Jodlern". Der Grund: Die "Ost-Jodler" organisierten ihren Wettbewerb in Altenbrak allein - ohne den Westen zu informieren. Und schon damals stritt man sich über die Art und Weise des Jodelns. Die "Ost-Jodler" seien viel zu Moll-lastig, ganz im Gegensatz zu den fröhlichen "West-Jodlern" in Dur.